Skifahren in Österreich

Um halb zehn schon keine Parkplätze mehr

Von Andreas Mihm, Wien
28.12.2020
, 15:30
Skifahrer auf dem Kasberg in Österreich am Sonntag
Video
Sichtbarkeit der Bildbeschreibung wechseln
Frische Luft, viel Platz und Sicherheitsmaßnahmen an den Liften – Österreich hat seine Skipisten trotz Lockdowns geöffnet. Doch zwischen den Jahren kam es zum Chaos auf Straßen und Pisten.
ANZEIGE

Wolken, Schneetreiben und Sturmböen haben das Skifahren in Österreich zu Beginn der letzten Woche des alten Jahres erschwert. Die Rax-Seilbahn am niederösterreichischen Semmering, keine hundert Autokilometer südwestlich von Wien, blieb wegen schlechten Wetters gleich ganz zu. Ebenso das hochalpine Ski- und Wandergebiet Hochkar.

Auch am Vortag hatten viele Skifahrer auf das lang ersehnte und seit Heiligabend wieder erlaubte Freizeitvergnügen auf Brettern und Boards verzichten müssen. Da hatte zwar die Sonne vom Himmelsblau geschienen, doch viele Ausflugsziele mussten vorzeitig schließen, weil die wegen der Corona-Pandemie begrenzten Kapazitäten, vor allem an Parkplätzen, erschöpft waren. Vorher anzureisen und Hotelzimmer zu nehmen, war keine Option. Denn auch ohne den dritten „harten Lockdown“, der am 27.Dezember in Kraft gesetzt wurde, dürfen Österreichs Hotels bis zum 18.Januar keine Reisenden als Gäste aufnehmen.

ANZEIGE

FFP2-Masken-Pflicht in Gondeln

Während in Wien die 84 Jahre alte Theresa Hofer als erste österreichische Risikopatientin am Sonntagvormittag gegen das Coronavirus geimpft wurde, sorgte das gute Wetter in den Skigebieten für überlastete Parkplätze von Tagesgästen. Manche ließen das Auto gleich am Straßenrand stehen. Auch auf den Pisten war mehr Betrieb als an Heiligabend, als nicht nur die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes oder gar von FFP2-Masken in Gondeln, sondern auch Nebel den Spaß verdorben hatte.

Video starten Video
Verkehrschaos im Schnee
In Skigebieten dem Lockdown entfliehen
Video: Reuters, Bild: AFP

In Niederösterreich, wo die Tickets kontingentiert sind, waren die Kapazitäten vielerorts bald erschöpft. Oberösterreich meldete großen Andrang etwa an der Wurzeralm und am Kasberg. Dort gab es schon um 9.30 Uhr keine Parkplätze mehr. Aus anderen Gebieten hieß es, jeder Dritte sei mittags wieder abgereist. Von einem „guten Aufkommen“, wenn auch „nichts im Vergleich zum Vorjahr“, berichteten die Salzburger Seilbahnen. Auf der Schmittenhöhe hätten sich 3000 Gäste getummelt – ein Fünftel dessen, was man in Jahren ohne Pandemie als normal bezeichnen würde. Dass weniger als sonst üblich dennoch zu viel sein kann, zeigte sich in Damüls im Bregenzer Wald. Weil in benachbarten Tälern weniger Schnee als erwartet lag, ballten sich dort die Skifahrer. Die Ansammlung wurde aufgelöst.

ANZEIGE

Während Liftbetreiber betonten, dass die Corona-Sicherheitsmaßnahmen griffen, waren die Meinungen darüber in Social-Media-Kanälen mit selbstgefertigten Fotobelegen erwartungsgemäß geteilt. Mancherorts wurde Montag bereits nachjustiert: Oberösterreichs Landesrat (Wirtschaftsminister) Markus Achleitner kündigte Nachbesserungen bei den Sicherheitskonzepten an: weniger Parkplätze, mehr Sicherheitspersonal, mehr Platz für Abstand beim Anstellen an Gondel und Lift. Überhaupt empfehle es sich, „soweit möglich auch erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, denn da sind viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg, und man kommt so bequem und ohne Staus auf die Piste“.

Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage
Automarkt
Top-Gebrauchtwagen mit Garantie
ANZEIGE