FAZ plus ArtikelUrsprung der Pandemie

Welche Rolle spielte der Handel mit Wildtieren in China?

Von Friederike Böge
10.06.2021
, 09:12
Eine Studie widerspricht dem Wuhan-Bericht der WHO über die Zustände auf dem Huanan-Markt. Warum aber haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht? Wir haben sie gefragt.

Bisher gab es nur Anekdoten über die grausamen Zustände auf den Tiermärkten in Wuhan vor dem Ausbruch der Pandemie. Nun belegt eine Studie, dass illegaler Wildtierhandel dort allgegenwärtig war. International geschützte Arten wie Sibirische Wiesel seien offen angeboten worden, schreiben Wissenschaftler aus China, Kanada und Großbritannien in dem Papier, das in dieser Woche in der Zeitschrift Nature erschienen ist.

Fast ein Drittel der untersuchten Säugetiere hätten Wunden von Schüssen oder Fallen erlitten, was darauf hinweist, dass sie gewildert wurden. Die hygienischen Bedingungen waren zudem so, dass sie einen Übersprung des SARS-CoV-2-Virus zumindest möglich erscheinen lassen. „Fast alle Tiere wurden lebend verkauft, in übereinandergestapelten Käfigen und in schlechtem Zustand“, heißt es in dem Papier. „Die meisten Geschäfte boten Schlachtdienste an, die vor Ort durchgeführt wurden.“

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot