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Verschont Covid-19 einen ganzen Kontinent?

Von Joachim Müller-Jung
Aktualisiert am 12.08.2020
 - 06:11
In einem Testzentrum in Kapstadt
Die Pandemie wütet überall. Doch Afrika hat nur einen Bruchteil der Infizierten und Toten. Für Wissenschaftler ist es ein großes Rätsel.

Die nächste denkwürdige Kennzahl ist überschritten: Zwanzig Millionen Menschen haben sich mit dem Pandemievirus Sars-CoV-2 inzwischen weltweit infiziert – zumindest wenn man nach den offiziell gemeldeten Statistiken geht. Vor etwas mehr als drei Wochen waren es noch halb so viele. Die Dynamik der Virusausbreitung hat, auch wenn man die Dunkelziffer weiterhin nicht ansatzweise kennt, in den heißen Monaten auf der Nordhemisphäre nicht abgenommen, sondern zuletzt an Fahrt aufgenommen. Viele Experten erwarteten in den ersten Monaten der Seuche im Nordsommer wenigstens eine Abflachung. Sie haben sich auch dabei in dem Virus getäuscht.

Die Virologen und Epidemiologen wurden insbesondere auch vom Auftreten des Erregers in dem demographisch dynamischsten Kontinent überrascht: Abermillionen Infizierte und überdurchschnittlich viele Todesopfer hatte man für Afrika erwartet. Die grassierende Armut, der Zustand vieler schnell wachsender Metropolen, die dünn gesäten Kliniken und vergleichsweise wenigen Ärzte, die Hygiene-Realität – all das sprach auch aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation schon früh dafür, aber erst recht nach der verheerenden Covid-19-Welle in Iran und in südamerikanischen Ländern, dass Afrika irgendwann zu einem sogenannten „Epizentrum“ der Pandemie werden würde.

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Quelle: F.A.Z.
Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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