FAZ plus Artikel12. August 1970

Welche Rolle der Moskauer Vertrag für Brandts Ostpolitik spielte

Von Reinhard Veser
Aktualisiert am 12.08.2020
 - 09:47
12. August 1970: Brandt und Kossygin unterschreiben den Vertrag.
Auch wenn der Vertrag mit der Sowjetunion in der Bundesrepublik noch nach seiner Ratifizierung umstritten blieb – er machte es möglich, dass sich die Beziehungen zwischen den deutschen Staaten im Kalten Krieg normalisierten.

Welche Bedeutung die sowjetische Führung diesem Vertrag zuschrieb, zeigte sich daran, dass bei seiner Unterzeichnung im Kreml ein Mann anwesend war, dessen Erscheinen „bis zur letzten Minute“ geheim gehalten worden sei, wie die F.A.Z. damals schrieb: Parteichef Leonid Breschnew.

Formal gebraucht wurde er dabei nicht, denn unterzeichnet wurde der „Moskauer Vertrag“ am 12. August 1970 für die Sowjetunion von Ministerpräsident Alexej Kosygin und Außenminister Andrej Gromyko, für die Bundesrepublik Deutschland von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und Außenminister Walter Scheel (FDP). Doch in der Sowjetunion war die Regierung der Kommunistischen Partei untergeordnet – die wesentlichen Entscheidungen wurden in ihren Führungsgremien getroffen. Und die Entscheidung für dieses Abkommen war ein historischer Einschnitt – für beide Seiten. Und beide Seiten verbanden unterschiedliche Erwartungen damit.

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Quelle: F.A.Z.
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Reinhard Veser
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