FAZ plus ArtikelLuftaufklärung im Mittelmeer

Boote so klein wie Brotkrumen

Von Julia Anton
12.10.2021
, 08:35
Abgefangen: Mit einem Holzboot wollten Migranten Europa erreichen – die libysche Küstenwache stoppte sie etwa 70 Kilometer von der Küstenstadt Zuwara entfernt.
Im Zickzack fliegen Flugzeuge von Privatorganisationen über das Mittelmeer, um Migranten in Not zu finden. Ein Tag an Bord der Seabird.
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Als Erstes steht Fensterputzen auf dem Plan. Eike sprüht von außen großflächig Glasreiniger auf die Seitenscheibe der Seabird, Maruki von innen, dann wird trocken gewischt. Für die Mission, zu der das Flugzeug in Kürze vom Flughafen auf der italienischen Insel Lampedusa abheben wird, sind blitzblanke Fenster entscheidend: Die Crew der Seabird will im zentralen Mittelmeer nach Booten von Migranten suchen, und aus 500 Metern Höhe schrumpft dabei so manches Objekt an der Meeresoberfläche auf die Größe eines Brotkrumens. Sollte die Besatzung ein Boot in Not ausmachen, will sie aus der Luft Hilfe organisieren, indem sie die Seenotleitstellen in Rom und Valletta sowie Schiffe in der näheren Umgebung alarmiert.

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Gut eine Stunde dauern die Startvorbereitungen, dann wirft Pilot Manos die Propeller der zweimotorigen Maschine des Typs Beechcraft Baron 58 an. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Die Crew kann sich ab jetzt nur noch über Kopfhörer und Mikrofone verständigen. Die Seabird hat sechs Sitzplätze; um Gewicht zu sparen, fliegt die Crew nur zu viert. Neben Pilot Manos sitzt Eike, der auch die technische Koordination wie die Routenführung und die Kommunikation übernimmt. Hinten haben David, der für Fotos und Videos verantwortlich ist, und Maruki Platz genommen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Anton, Julia
Julia Anton
Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET
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