FAZ plus ArtikelKolumbien

Ehemalige Farc-Anführer bekennen sich zu Kriegsverbrechen

Von Tjerk Brühwiller, Sao Paulo
23.02.2021
, 07:12
Relativ milde Strafen für ehemalige Guerrillakämpfer in Kolumbien? Die Aussicht erhitzt die Gemüter in dem südamerikanischen Land. Die Debatte über den Friedensprozess verschärft sich.

Eine Mitteilung auf Twitter wird zum Meilenstein im kolumbianischen Friedensprozess. In der Stellungnahme bekennen sich sechs frühere Anführer der „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (Farc) schuldig, während des 52 Jahre dauernden bewaffneten Konflikts Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. „Wir erkennen an, dass Aktionen stattgefunden haben, die in den Augen des humanitären Völkerrechts strafbar sind“, heißt es in der Mitteilung. Die Handlungen und Verhaltensweisen seien von dem Sondertribunal für den Frieden, der Gesellschaft im Allgemeinen und von Opfern individuell und gemeinsam bestätigt worden.

Mit ihrer Mitteilung akzeptieren die ehemaligen Rebellenführer ein im Januar gefälltes Urteil des Sondergerichts für den Frieden. Das Tribunal, das im Rahmen des Friedensabkommens von 2016 zwischen den Farc und der Regierung geschaffen worden war, ist für die Aufarbeitung des Konfliktes und der begangenen Verbrechen sowie deren Bestrafung zuständig. Mit seinem Urteil machte es die früheren Guerrillaführer erstmals für die unzähligen Geiselnahmen der Farc während des Konfliktes und die Folter und Tötung von Geiseln direkt verantwortlich.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Brühwiller, Tjerk
Tjerk Brühwiller
Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.
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