Nach Attacken Erdogans

Paris zieht französischen Botschafter aus der Türkei ab

24.10.2020
, 23:12
Tiefer Graben: Recep Tayyip Erdogan hatte Emmanuel Macron heftigst attackiert.
In einer öffentlichen Rede hatte Erdogan dem französischen Präsidenten geraten, „seinen geistigen Zustand überprüfen“ zu lassen. Paris nennt die Attacke „inakzeptabel“ – und zieht den französischen Botschafter aus der Türkei ab.
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Der Elysée-Palast hat empört auf die harsche Kritik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron reagiert. „Die Äußerungen von Präsident Erdogan sind inakzeptabel“, sagte ein Vertreter der französischen Präsidentschaft auf AFP-Anfrage am Samstag. „Maßlosigkeit und Grobheit sind keine Methode.“ Erdogan müsse seinen politischen Kurs ändern, „weil er in jeder Hinsicht gefährlich ist“. Zudem wurde der französische Botschafter in Ankara abgezogen.

Erdogan hatte Macron zuvor wegen dessen Äußerungen zum Islam scharf angegriffen. Macron solle seinen „geistigen Zustand überprüfen“ lassen, wetterte Erdogan am Samstag in einer im Fernsehen ausgestrahlten Rede. Nach dem islamistischen Anschlag auf den französischen Lehrer Samuel Paty hatte Macron ein verschärftes Vorgehen gegen Islamisten angekündigt.

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Macron will schärfer gegen Islamisten vorgehen

„Was kann man über ein Staatsoberhaupt sagen, das Millionen Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen so behandelt“, sagte der türkische Präsident. „Was hat dieses Individuum namens Macron für ein Problem mit dem Islam und Muslimen?“ Erdogan fügte an Macron gewandet hinzu, dieser müsse erst einmal „seinen geistigen Zustand überprüfen“ lassen.

Der 47-jährige Lehrer Paty war am Freitag vor einer Woche nahe seiner Schule bei Paris von einem 18-Jährigen enthauptet worden. Der Angreifer tschetschenischer Herkunft wurde kurz danach von der Polizei erschossen. Paty hatte das Thema Meinungsfreiheit im Unterricht behandelt und dabei umstrittene Mohammed-Karikaturen verwendet.

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Nach dem Anschlag ging die französische Polizei in dutzenden Einsätzen gegen Menschen und Vereinigungen vor, die mutmaßlich dem islamistischen Spektrum angehören oder ihm nahe stehen.

Quelle: AFP
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