In Grenzstadt zu Russland

Estland demontiert Denkmal von sowjetischem Panzer

16.08.2022
, 14:08
Ein Sattelschlepper entfernt am Dienstag ein sowjetisches Panzer-Monument in der estnischen Grenzstadt Narva.
Mit schwerem Gerät verlegt Estland ein Sowjetpanzer-Monument in der estnisch-russischen Grenzstadt Narva. Die Debatte um das sowjetische Erbe im Land ist mit dem Ukrainekrieg neu aufgeflammt.
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In Estland haben die Behörden mit der Demontage und Verlegung eines Sowjetpanzer-Monuments nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narva begonnen. Mit schwerem Gerät machten sich Arbeiter am Dienstagmorgen daran, das Kriegsrelikt zu entfernen. „Ein schöner und sonniger Tag hat jetzt begonnen und auch die Arbeiten zur Umverlegung“, sagte Ministerpräsidentin Kaja Kallas zu dem kurzfristig angekündigten Abbau des Denkmals. „Wir wollen, dass alles friedlich abläuft.“

Die Regierung in Tallinn hatte zuvor grünes Licht für die Entfernung von sowjetischen Denkmälern aus dem öffentlichen Raum des baltischen EU- und NATO-Mitgliedstaats gegeben. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine war darüber eine öffentliche Debatte entbrannt. Im Mittelpunkt stand vor allem der nun im Abbau befindliche sowjetische T-34-Panzer nahe Narva im Osten des Landes. Er steht an dem Punkt, an dem die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg den gleichnamigen Fluss Narva überquerte und die deutschen Truppen aus der Stadt vertrieb.

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Unter den Einwohnern gab es Widerstand gegen den Abbau des Panzers, der in ein Museum gebracht werden soll. Die Verwaltung der Stadt, deren Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent aus ethnischen Russen besteht, vermied es, selbst eine Entscheidung über die Zukunft des Denkmals zu treffen. Deshalb fasste die Regierung am frühen Dienstagmorgen ihren Beschluss, der Kallas zufolge auch den wichtigsten Verbündeten erklärt worden sei. Russland hatte zuvor gegen die Pläne protestiert.

Estland war im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieb Estland bis 1991 unfreiwillig Teil der Sowjetunion. Bis heute besteht die Bevölkerung zu rund einem Viertel aus ethnischen Russen, die häufig auch familiäre Bindungen nach Russland haben. Unter ihnen gibt es Umfragen zufolge teils Unterstützung für den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine..

Quelle: dpa
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