FAZ plus ArtikelVorgehen gegen Schleuser

Wie Brüssel irreguläre Migration nach Europa eindämmen will

Von Thomas Gutschker, Brüssel
28.09.2021
, 21:25
Von einem Boot gerettete Migranten im Hafen von Ben Gardane im Süden Tunesiens im Juli 2021
Die EU-Kommission will mit Ländern an Transitrouten nach Europa Partnerschaften gegen Schleuserei schließen. Das ist Teil eines Aktionsplans zur Eindämmung illegaler Grenzübertritte, der nun beschlossen werden soll.

In diesem Jahr kommen wieder mehr irreguläre Migranten in die Europäische Union. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl illegaler Grenzübertritte um 60 Prozent, nachdem sie 2020 wegen der Reisebeschränkungen infolge der Pandemie stark gesunken war. Fast alle Migranten, die ohne Visum nach Europa kommen, nutzen die Hilfe krimineller Schleuser. Nach Einschätzung der EU-Kommission wird die Nachfrage in den nächsten Jahren weiterhin hoch sein. Sie werde getrieben vom Bevölkerungswachstum in den Herkunftsregionen, dem Mangel an Arbeit dort, von wachsenden Problemen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, von Instabilität und Konflikten.

Außerdem könnte wirtschaftliche Schwäche in der EU die Nachfrage nach billigen und illegalen Arbeitskräften anheizen. Diese Analyse steht am Anfang eines neuen Aktionsplans, mit dem die Kommission in den nächsten vier Jahren den Kampf gegen Schleuser und Menschenschlepper verschärfen will. Die dreißig Seiten lange Mitteilung, die der F.A.Z. vorliegt, soll am Mittwoch formal angenommen werden.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gutschker, Thomas
Thomas Gutschker
Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
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