Umfrage in Frankreich

Fillon schafft es nicht einmal in die Stichwahl

04.02.2017
, 11:24
Noch zeigt François Fillon auf andere und vermutet hinter dem Skandal um die mutmaßliche Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau eine Kampagne politischer Gegner.
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Ist der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen nach seiner Affäre chancenlos? Eine aktuelle Umfrage legt das nahe. Und befeuert die Spekulationen um einen möglichen Nachfolger.
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Der konservative französische Präsidentschaftskandidat François Fillon wird einer Umfrage zufolge die Stichwahl um das höchste Staatsamt nicht erreichen. Stattdessen würden der parteiunabhängige Kandidat Emmanuel Macron und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National in die entscheidende Wahlrunde am 7. Mai gehen, ging aus der am Samstag veröffentlichten Erhebung des Instituts BVA hervor.

Auf Fillon kämen demnach im ersten Wahlgang am 23. April zwischen 18 und 20 Prozent der Stimmen, auf Macron zwischen 21 bis 22 und auf Le Pen 25 Prozent. Macron würde danach die Stichwahl gegen Le Pen für sich entscheiden.

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Dem früheren Ministerpräsidenten Fillon wird vorgeworfen, seine Ehefrau Penelope zum Schein als Assistentin angestellt und mit hunderttausenden Euro aus der Staatskasse entlohnt zu haben. Vor der Affäre galt er als klarer Favorit für den Einzug in den Elysee-Palast. Inzwischen verliert er auch in seiner eigenen Partei zunehmend an Rückhalt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Harris Interactive hatte eine Mehrheit der Franzosen gefordert, dass Fillon seine Kandidatur für das Präsidentenamt aufgeben soll.

Das Fillon das tatsächlich tun wird, gilt als unwahrscheinlich, da ein Rücktritt einem Schuleingeständnis gleichkäme, möglicherweise mit rechtlichen Folgen für den Präsidentschaftskandidaten. Doch Fillon gerät immer mehr unter Druck, auch durch ein Interview, das seine Frau im Main 2007 der britischen Zeitung „Sunday Telegraph“ gegeben hatte. In dem sie erklärte sie, niemals als Assistentin ihres Mannes gearbeitet zu haben.

Marine Le Pen stellt in Lyon ihr Wahlprogramm vor

Während Fillon um sein politisches Überleben kämpft, denkt seine Partei schon über einen Plan B nach. Alain Juppé, der in der Stichwahl um die Präsidentschaftskandidat gegen Fillon verloren hatte, steht zwar – zumindest im Moment – noch nicht als Ersatzkandidat zur Verfügung. Neben Juppés Namen kursieren aber auch die von François Baroin, Ex-Finanzminister und Vertrauter von Nicolas Sarkozy, und Xavier Bertrand, dem Präsident der nordfranzösischen Region Hauts-de-France, wenn es um einen möglichen Nachfolger Fillons geht.

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Fillons Rivalin Marine Le Pen, die bei der Präsidentenwahl von dessen Schwierigkeiten profitieren könnte, will am Samstag ihren Präsidentschaftswahlkampf offiziell einläuten. Auf einer zweitägigen Kundgebung in Lyon will die 48 Jahre alte Front-National-Chefin die Kernthesen ihres Programms darlegen, darunter eine Neuverhandlung der EU-Mitgliedschaft oder ein Referendum über den Austritt.

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Paris
„Penelopegate“ raubt Fillon Rückhalt bei den Franzosen
Quelle: alri./Reuters
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