FAZ plus ArtikelAlgerien und Frankreich

Ein Jahrestag, zwei Perspektiven

Von Hans-Christian Rößler, Michaela Wiegel
05.07.2022
, 16:21
Algerische Soldaten am Dienstag in Algiers
Algerien begeht selbstbewusst den 60. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Frankreich. Dort bekommen nostalgische Reden immer noch viel Beifall in der Nationalversammlung.
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Zum ersten Mal seit 33 Jahren fuhren wieder die Panzer auf und die Luftwaffe flog über Algier. Mit einer der größten Militärparaden feierte Algerien selbstbewusst den 60. Jahrestag der Unabhängigkeit von Frankreich. Aus Paris war niemand eingeladen, dafür aber der syrische Außenminister Faisal Mekdad und der Generalsekretär der islamistischen Hamas-Organisation aus dem Gazastreifen. Der algerische Präsident Abdelmajid Tebboune zeigt nicht nur der früheren Kolonialmacht Frankreich die kalte Schulter; mit Spanien führt Algerien einen heftigen Streit über die Westsahara. Als Erdgaslieferant ist Algier auf einmal gefragt und kann sich seine Partner aussuchen, zu denen weiterhin Russland und Iran zählen. Im November will Algerien seine Rolle als regionale Großmacht deutlich machen und das Gipfeltreffen der Arabischen Liga abhalten.

„Ein Tag des Ruhmes für eine neue Ära“, lautete das offizielle Motto der Parade, die vor allem Waffen aus russischer Produktion zur Schau stellte. Das sei auch eine „klare Botschaft“ der Stärke an alle potentiellen Gegner“, schreibt die Nachrichtenagentur TSA. Ausstellungen erinnerten an die Schrecken des Unabhängigkeitskriegs, dem nach algerischen Angaben mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. In der Nationalhymne, heißt es bis heute an Frankreich gewandt, „die Zeit der Unterdrückung ist vorbei…die Zeit der Abrechnung ist gekommen!“

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Autorenporträt / Rößler, Hans-Christian
Hans-Christian Rößler
Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.
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Michaela Wiegel
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