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Tödliche Gewalt in den Straßen von Paris

Von Michaela Wiegel, Paris
17.10.2021
, 08:34
In Furcht vor Schlägen: Festgenommene Algerier am 17. Oktober 1961 in Paris
Vor genau sechzig Jahren haben die Sicherheitskräfte in Paris mit großer Gewalt Proteste von Algeriern zerschlagen, Dutzende Demonstranten wurden getötet. Die Ereignisse lasten bis heute schwer auf Frankreich.
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Im Herbst 1961 herrschten in Paris bürgerkriegsartige Zustände. Im Kampf gegen die algerische Nationale Befreiungsfront FLN verhängte Präsident Charles de Gaulle in der Hauptstadt eine nächtliche Ausgangssperre für die „muslimischen Algerierfranzosen“. Die FLN-Führung rief zu Protesten dagegen auf. Die Demonstrationen wurden verboten, aber dennoch gingen am Abend des 17. Oktober 1961 etwa 40.000 FLN-Anhänger in Paris auf die Straße.

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Ein Großaufgebot von fast 9000 Polizisten ging mit brutaler Gewalt gegen die zumeist friedlichen Demonstranten vor. Tausende wurden verhaftet, zusammengeschlagen, verletzt liegengelassen oder in die Seine geworfen. Polizeipräfekt Maurice Papon hatte die Beamten angewiesen, „Paris zu halten“.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wiegel, Michaela
Michaela Wiegel
Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
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