Gefährliche Brustvergrößerungen

Interpol fahndet nach Implantat-Hersteller

24.12.2011
, 09:44
Das Interpol-Fahndungsfoto von Jean-Claude Mas
Der Chef des französischen Brustimplantat-Herstellers PIP wird von Interpol gesucht. Jean-Claude Mas, dessen in Konkurs gegangene Firma Hunderttausenden Frauen potenziell gesundheitsgefährdende Implantate eingesetzt habe, wird in Costa Rica vermutet.
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Interpol fahndet nach dem Gründer der französischen Firma, deren fehlerhafte Brustimplantate Hunderttausenden Frauen eingesetzt wurden. Eine entsprechende „Red Notice“ - ein Steckbrief mit Fotos des 72 Jahre alten Jean-Claude Mas - wurde auf Antrag Costa Ricas auf der Internetseite der Internationalen Polizeibehörde veröffentlicht.

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Als Delikt werden Vergehen in der Kategorie „Leben und Gesundheit“ genannt. Die von Mas gegründete Firma Poly Implant Prothese (PIP) soll Silikon, das eigentlich in Matratzen eingesetzt wird, zur Herstellung von Brustimplantaten verwendet haben, die dadurch zu reißen drohen. PIP war 2010 pleitegegangen.

Zeitweise 100.000 Implantate jedes Jahr

Zuvor war der Firma die Vermarktung, der Vertrieb und die weitere Verwendung der Implantate untersagt worden. Am Freitag hatte das französische Gesundheitsministerium in einer beispiellosen Aktion 30.000 Frauen eine vorsorgliche Entfernung der Billig-Implantate empfohlen.

In Frankreich waren acht Krebsfälle nach gerissenen Implantaten bekanntgeworden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) riet betroffenen deutschen Frauen, „zur individuellen Risikoabwägung“ mit ihrem Arzt zu sprechen.

PIP hat in seinen besten Zeiten jedes Jahr etwa 100.000 Implantate produziert. Zeitweise war die Firma weltweit drittgrößter Produzent der weichen Geltaschen. Sie wurden in mehr als 65 Länder geliefert, vor allem in Lateinamerika, aber auch in Europa.

Quelle: dapd/dpa
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