FAZ plus ArtikelGibraltar-Abkommen

Den Albtraum in letzter Minute verhindert

Von Hans-Christian Rößler
01.01.2021
, 17:48
Erst wenige Stunden vor dem Ablauf der Frist haben sich Madrid und London darauf geeinigt, dass Gibraltar zum Schengen-Raum gehören soll. Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht vom Beginn einer „neuen Ära“.

Die Erleichterung ist ähnlich groß wie die Begeisterung. Das Gibraltar-Abkommen bedeute „einen historischen Tag, an den wir uns genauso erinnern werden wie an den Tag, an dem 1989 die Berliner Mauer fiel“, freute sich der Präsident des Gemeindeverbandes von Campo de Gibraltar, Juan Lozano. Die Menschen aus der britischen Exklave und Spanien können sich bald wieder so frei bewegen, wie seit 300 Jahren nicht mehr. Wenige Stunden vor dem Ablauf der Frist haben sich Madrid und London am Silvestertag im Grundsatz darauf geeinigt, dass Gibraltar zum Schengen-Raum gehören soll. Während der Rest des Vereinigten Königreichs der EU den Rücken kehrt, bindet sich Gibraltar noch enger an die EU.

„Schengen wird auf Gibraltar angewendet, wobei Spanien als EU-Mitgliedstaat die Verantwortung übernimmt. Das wird die Abschaffung der Kontrollen zwischen Spanien und Gibraltar ermöglichen“, kündigte die spanische Außenministerin Arancha González Laya am Donnerstag an. Zu Wochenbeginn hatte sie Gibraltar noch mit einem „harten Brexit“ gedroht, sollte kein Kompromiss zustande kommen. Die britische Exklave gehörte nicht zu dem an Heiligabend erzielten Brexit-Abkommen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Rößler, Hans-Christian
Hans-Christian Rößler
Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.
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