Grenze zur Türkei

Viele Tote bei Offensive der syrischen Truppen

14.03.2012
, 11:57
Ein Bild aus einem You-Tube-Video zeigt den Beschuss der Stadt Maaret al-Numan in der Provinz Idlib
Die syrische Armee hat nach der Protesthochburg Homs eine Offensive in der Provinz Idlib gestartet, die an die Türkei grenzt. Nach Angaben von Oppositionellen wurden allein am Dienstag 110 Menschen getötet.
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Nach der syrischen Protesthochburg Homs haben die Truppen von Präsident Baschar al Assad jetzt eine Offensive in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei gestartet. Dabei sollen am Dienstag viele Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Oppositionelle berichteten am Mittwoch von Massakern in der Provinzhauptstadt Idlib und verlustreichen Gefechten in Dörfern an der Grenze zur Türkei. Am Mittwoch wurden im Bezirk Dschabal al-Sawija nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter ein Aktivist und zwei Deserteure getötet.

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In dem grenznahen Dorf Al-Dschanudija seien den Truppen Waffen und Munition der Deserteure der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) in die Hände gefallen, hieß es. Die FSA soll sich nach mehrtägigen Angriffen der Armee aus der Stadt Idlib zurückgezogen haben. Die Deserteure sind den Regierungstruppen nach Einschätzung westlicher Militärs von ihrer Bewaffnung her deutlich unterlegen.

Neue Angriffe der Regierungstruppen meldeten die Oppositionellen am Mittwoch auch aus den Provinzen Homs, Hama und Daraa. Am Dienstag sollen in Syrien insgesamt 110 Menschen getötet worden sein. Dazu zählen nach Angaben der Protestbewegung 40 Männer, die in Idlib in der Nacht zum Dienstag hingerichtet worden seien.

Unterdessen hat Syriens Präsident Baschar al Assad auf die Vorschläge des Syrien-Gesandten von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan, zur Lösung des seit einem Jahr andauernden Konflikts im Land reagiert. Die Antwort der syrischen Regierung werde derzeit geprüft, sagte Annans Sprecher, Ahmad Fawzi, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Zum Inhalt der Antwort wollte er zunächst keine Angaben machen.

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Annan hatte sich am Wochenende mit dem syrischen Präsidenten in Damaskus getroffen. Dabei machte Annan nach eigenen Angaben eine Reihe konkreter Vorschläge für ein Ende des Konflikts. Seit einem Jahr sieht sich Assad landesweiten Massenprotesten ausgesetzt, die er gewaltsam niederschlagen lässt. Seither wurden nach Angaben von Aktivisten mehr als 8500 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten.

Quelle: AFP/dpa
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