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Flüchtlingsboot kentert

Mindestens sieben tote Migranten vor der Insel Chios

 - 15:13
In meist viel zu kleinen Booten versuchen immer wieder Migranten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Archivbild)

Beim Untergang eines Schlauchbootes sind mindestens sieben Migranten vor der griechischen Insel Chios ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien auch ein neugeborenes sowie ein vierjähriges Kind, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Küstenwache am Freitag. Zwölf Migranten konnten demnach aus den Fluten von der Besatzung einer vorbeifahrenden Fähre gerettet werden. Unter den Opfern soll auch ein Schleuser sein, berichtete das örtliche Nachrichtenportal von Chios, Alithia.gr.

An der Suchaktion nehmen neben Booten der europäischen Grenzschutzagentur (Frontex) und der griechischen Küstenwache auch ein Hubschrauber, ein Flugzeug und Fischer aus Chios teil. Die Migranten waren am Freitagmorgen aus der Türkei aufgebrochen und versuchten die kleine Inselgruppe Inousses (Oinousses) im Nordosten der Insel Chios zu erreichen. Aus welchen Staaten sie stammen, war zunächst nicht bekannt.

Zurzeit setzen Hunderte Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis über. Vergangenes Jahr waren auf dieser Route nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 174 Menschen ums Leben gekommen.

Ruanda hat erste Flüchtlinge aufgenommen

Derweil sind in dem afrikanischen Kleinstaat Ruanda die ersten 66 Flüchtlinge und Migranten eingetroffen, die zunächst in Libyen gestrandet waren. Ruanda hatte sich im September bereiterklärt, zunächst 500 und langfristig bis zu 30.000 Menschen aufzunehmen. Unter den 66 waren 26 Minderjährige, die fast alle ohne Verwandte unterwegs waren, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf berichtete. Sie kamen aus Sudan, Somalia und Eritrea.

Wer als Flüchtling anerkannt wird, soll entweder in andere Aufnahmestaaten gebracht werden oder darf sich in Ruanda niederlassen. Abgelehnte Asylbewerber bekommen nach Angaben des UNHCR Hilfe für die Rückkehr in ihre Heimatländer.

Das UNHCR schätzt die Zahl der Flüchtlinge und Migranten im Bürgerkriegsland Libyen auf 50.000. Die meisten wollen über das Mittelmeer nach Europa gelangen. Diejenigen, die von libyschen Behörden aufgegriffen oder von der Küstenwache an der Flucht nach Europa gehindert werden, kommen in Auffanglager. Dort herrschen nach Angaben der Vereinten Nationen unmenschliche Zustände. In den Lagern sollen rund 5.000 Menschen eingepfercht sein. Dazu ist eine unbekannte Zahl in die Hände von Menschenschmugglern geraten, die die Menschen quälen und mit den Bildern deren Familien erpressen.

Quelle: dpa
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