Nach Hacker-Attacke

Biden nutzt Twitter-Angriff zum Aufruf für Wahlkampfspenden

16.07.2020
, 22:06
Der demokratische Präsidentschaftskandidat nutzt die Aufmerksamkeit nach dem Angriff auf prominente Twitter-Accounts und wirbt um Wahlkampfspenden.
Nach dem Angriff auf prominente Twitter-Accounts nutzt der demokratische Präsidentschaftskandidat die Gunst der Stunde und wirbt um Wahlkampfspenden. Inzwischen soll das FBI die Ermittlungen zu dem Angriff übernommen haben.

Nach dem Hackerangriff auf prominente Twitter-Nutzer soll das FBI die Ermittlungen übernommen haben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen. Zuvor hatte das FBI erklärt, der Vorfall sei ihnen bekannt.

Wie genau der in seinem Ausmaß beispiellose Hack passieren konnte, blieb zunächst unklar. Twitter versprach Aufklärung darüber, ob die Angreifer sich auch Zugang zu Informationen der betroffenen Accounts verschaffen konnten. Der Hackerangriff dürfte nicht ohne Folgen für das Vertrauen in die Plattform bleiben – zumal verifizierte Accounts von der Attacke betroffen waren und der Angriff offenbar von innen heraus erfolgte.

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, hat den Hack seines Twitter-Accounts indessen zum Einwerben neuer Wahlkampfspenden genutzt. Er werde seine Anhänger nie um Bitcoins bitten, schrieb er am Donnerstag in Anspielung auf den am Mittwoch von Unbekannten in seinem Namen veröffentlichten Aufruf zu Spenden in der Kryptowährung. „Aber wenn Sie mithelfen wollen, sicherzustellen, dass Donald Trump nur eine Amtszeit haben wird, können Sie das hier tun“, schrieb er und verwies auf eine Spendenseite für seinen Wahlkampf.

Der Twitter-Account des früheren Vizepräsidenten war eines von zahlreichen Konten Prominenter, die am Mittwoch zeitweise gehackt worden waren. Auch der ehemalige Präsident Barack Obama, Amazon-Chef Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates sowie mehrere Unternehmern, darunter Apple und Uber, waren betroffen. Unbekannte hatten in ihrem Namen für dubiose Kryptowährungs-Deals geworben.

Inzwischen hat der Vorsitzende eines Ausschusses des Senats eine Unterrichtung durch Mitarbeiter des Unternehmens gefordert. „Es kann nicht genug betont werden, wie beunruhigend dieser Vorfall ist, sowohl angesichts seiner Auswirkungen als auch angesichts des offensichtlichen Versagens der internen Kontrollmechanismen von Twitter, um ihn zu verhindern“, schrieb der Vorsitzende des Handelsausschusses, der Republikaner Roger Wicker, am Donnerstag in einem Brief an Twitter-Chef Jack Dorsey.

„Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass künftige Angriffe dazu benutzt werden, Desinformationen zu verbreiten oder anderweitig Zwietracht mithilfe von berühmten Accounts zu säen.“ Wicker forderte Dorsey auf, dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter den Ausschuss spätestens bis kommenden Donnerstag ausführlich über den Vorfall und die folgenden Schritte von Twitter informieren.

Quelle: Reuters/dpa
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