FAZ plus ArtikelHindus und Muslime in Indien

Der Mythos des „Love Jihad“

Von Till Fähnders, Singapur
Aktualisiert am 28.11.2020
 - 12:27
Hindus in Indien protestieren im Juli 2018 gegen den vermeintlichen „Love Jihad“
Religiöse Fanatiker in Indien verteufeln die Ehe von Muslimen und Hindu-Frauen. Unter Ministerpräsident Narendra Modi fallen ihre Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden.

Manchmal genügt schon ein harmloser Liebesakt, um die Fanatiker auf den Plan zu rufen. In der Serie „A Suitable Boy“ auf Netflix küsst ein muslimischer Mann vor einem Tempelgebäude eine Hindu-Frau. Die Darstellung einer interreligiösen Romanze, deren Plot in der schmerzvollen Zeit unmittelbar nach der Trennung des Subkontinents in die Staaten Indien und Pakistan spielt, hat eine Kontroverse entfacht.

In den sozialen Medien rufen Inder nun zum Boykott des amerikanischen Anbieters auf. Selbst eine offizielle Beschwerde gegen zwei Führungskräfte von Netflix in Indien hat es schon gegeben. Ihnen wird vorgeworfen, sie förderten einen „Love Jihad“. Unter diesem Kampfbegriff werden muslimische Männer verdächtigt, systematisch Hindu-Frauen zu verführen, damit diese zum Islam übertreten.

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Quelle: F.A.Z.
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Till Fähnders
Politischer Korrespondent für Südostasien.
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