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Am Ufer des Narmada

Indien weiht die größte Statue der Welt ein

Von Till Fähnders, Singapur
 - 05:45
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182 Meter hoch
Größte Statue der Welt in Indien eingeweiht

Ministerpräsident Narendra Modi weiht am Mittwoch in seiner Heimatregion Gujarat ein Monument ein, das seinesgleichen sucht. Die Statue von Vallabhbhai Patel am Ufer des Narmada-Flusses ist mit 182 Metern derzeit die größte der Welt. Fünf Jahre lang wurde an dem Abbild des früheren Unabhängigkeitskämpfers und Innenministers gearbeitet. Überall im Land gaben Dörfer Ackergerät, um sie für das Denkmal einschmelzen zu lassen. Insgesamt 135 Tonnen Metall sollen sie gespendet haben, um dem Politiker ein gebührliches Denkmal zu setzen.

Die „Statue der Einheit“, die mit Bronze verkleidet ist, ist nicht nur fast doppelt so groß wie die Freiheitsstatue in New York. Sie ist auch mehr als 50 Meter höher als der Lushan-Buddha in der chinesischen Provinz Henan, der bisherige Rekordhalter.

Zersplitterung des Landes verhindert

Mit der Einweihung feiert Indien den Geburtstag des Politikers und ehrt ihn gleichzeitig für seine Rolle, die er für die Einheit der indischen Republik gespielt hatte. Denn mit Erlangen der Unabhängigkeit bestand die Gefahr, dass die ehemalige Kronkolonie nicht nur in Indien und Pakistan, sondern auch noch in weitere Teile zerfallen würde, schrieb Ministerpräsident Modi dieser Woche in einem Namensbeitrag für die indische Presse. Als erst indischer Innenminister unter Ministerpräsident Jawaharlal Nehru habe Patel damals die „Herkulesaufgabe“ übernommen, die 562 Fürstenstaaten von ihrem Eintritt in die indische Union zu überzeugen.

Nur auf den ersten Blick verwundert, dass Indiens größtes Denkmal nicht dem Staatsgründer Nehru oder dessen Weggefährten Mahatma Gandhi gewidmet ist. Narendra Modi und seine „Bharatiya Janata Party“ (BJP) gehören zum Lager der Hindunationalisten, die von je her ein gespaltenes Verhältnis zu den Gründungsvätern haben. Zwar gehörte auch Patel dem Nationalkongress an, der heute in der Opposition sitzt. Die BJP versucht aber schon seit einiger Zeit, die Figur Patel für sich zu vereinnahmen und als eine Art Gegenentwurf zu Nehru aufzubauen. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, das Patel wie Modi – aber auch Gandhi – aus dem Bundestaat Gujarat stammt.

Von Regierungspartei vereinnahmt

In diesen Kreisen sind viele der Ansicht, dass Patel, der „Bismarck Indiens“, die bessere Wahl für das Amt des ersten Ministerpräsidenten gewesen wäre als Nehru. Als „eiserner Mann Indiens“ hätte er die indische Nation aus dieser Sicht wohl notfalls auch mit Gewalt verteidigt. Für die BJP, die das Land als eine Nation der Hindus versteht, hatte Nehru zu sehr den säkularen und pluralistischen Charakter Indiens unterstrichen. Zudem war Patel wohl weniger sozialistischen Ideen zugeneigt als Nehru. Er soll sich schon früh für Unternehmertum und Eigentumsrechte eingesetzt haben. Dieser Geist spiegelt sich auch in dem Bau der Statue wieder. Denn das teure Projekt soll nicht zuletzt auch zahlungswillige Touristen anlocken. Für sie werden außerdem ein Museum und ein Drei-Sterne-Hotel in der Nachbarschaft der Statue gebaut.

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Quelle: FAZ.NET
Till Fähnders
Politischer Korrespondent für Südostasien.
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