FAZ plus ArtikelNach Messerattacke

Iran gibt Salman Rushdie die Schuld am Attentat

Von Rainer Hermann
15.08.2022
, 18:21
Mit einem Messer angegriffen: Salman Rushdie 2016 in Le Havre
Iranische Intellektuelle verurteilen die Messerattacke auf den Schriftsteller – die Teheraner Führung hingegen nicht. Das Attentat könne die Atomverhandlungen gefährden, so die Befürchtung.
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Der frühere iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini hatte am 14. Februar 1989 eine Todesfatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie erlassen. Dennoch blieben die Reaktionen auf das Attentat in New York bis auf einige Zeitungen der Hardliner zurückhaltend. Denn der Teheraner Führung ist bewusst, dass der Zeitpunkt des Attentats unmittelbar vor einer möglichen Einigung im Atomstreit nicht im Interesse Irans ist.

Der Sprecher des Außenministeriums und damit der Regierung, Nasser Kanaani, hat am Montag bei seiner wöchent­lichen Pressekonferenz das Attentat nicht verurteilt. Er hat jedoch jegliche Beziehung Irans zum Attentäter, wie sie teilweise in westlichen Medien behauptet worden war, dementiert. „Wir kennen ihn nicht“, sagte Kanaani. Andererseits machte er Rushdie „und dessen Freunde“ für das Attentat selbst verantwortlich.

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