FAZ plus ArtikelSterbende Orte

Italiens Geisterdörfer

Von Matthias Rüb
01.07.2021
, 20:29
Nur eine schmale Fußgängerbrücke führt nach  Civita.
Der Ort Civita hat nur noch elf Einwohner. Doch im Gegensatz zu Hunderten Geisterdörfern im Land hatte das einstige Städtchen Glück und darf leben.
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Eigentlich soll das hier eine Art Hospiz sein. Aber dafür geht es kreuzfidel zu. Schon bei der Anreise von ferne konnte man den Weg zum ominösen Ziel kaum verfehlen. „La città che muore“ steht auf den Wegweisern, die an jedem Abzweig, an jeder Gabelung aufgestellt sind: hier entlang zur „sterbenden Stadt“. Bei der moribunden Ortschaft, die heute freilich quicklebendig ist, handelt es sich um Civita di Bagnoregio. Gelegen rund anderthalb Autostunden nördlich von Rom auf 443 Meter Höhe in der Provinz Viterbo. Region Latium, Mittelitalien. Elf Einwohner.

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Elf Einwohner? Das mag man nicht glauben, wenn man das unwirklich pittoresk gelegene Städtchen, das im Mittelalter lange Bischofssitz war, an einem Wochenende im Sommer besucht. Da wimmelt es in den engen Gassen nur so von Leuten. Die Tische, die vor den Restaurants und Kaffeebars auf der Piazza stehen, sind voll besetzt. Das aufgeweckte Palaver hallt von den Hauswänden aus Tuffstein zurück.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Rüb, Matthias (rüb)
Matthias Rüb
Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.
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