FAZ plus ArtikelWenige Reiche, viele Arme

Ein Kasino namens Venezuela

Von Tjerk Brühwiller, Caracas 
17.01.2022
, 09:20
Fernab des Luxus: Blick vom Armutsviertel Petare auf Caracas
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Die Zeiten der leeren Supermarktregale sind in Venezuela vorerst vorbei. Für wenige Privilegierte gibt es jetzt wieder alles – für den großen Rest fast nichts.
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Der Cappuccino ist viel zu teuer für Lateinamerika. Doch die Aussicht vom Hotel Humboldt entschädigt für vieles. Hoch über Caracas, wo der Regenwald des Ávila-Gebirges die Nebelschwaden berührt, thront der extravagante Bau mit seinem markanten zylinderförmigen Turm aus Beton, Aluminium und Glas und seinen geschwungenen Nebengebäuden. Das Hotel wurde während der Fünfzigerjahre auf Initiative des Diktators Marco Pérez Jiménez gebaut.

Von hier aus überblickte er die Hauptstadt, die im Rhythmus des damaligen Aufschwungs pulsierte. Hier genossen der Diktator und seine Gefolgsleute den Reichtum des aufstrebenden Erdölstaates, während sie ihre Widersacher brutal unterdrücken ließen. Zwei Jahre nach der Fertigstellung des Hotels brachen in Venezuela Unruhen aus, und der Diktator setzte sich ins Exil ab. Das Hotel verwaiste.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Brühwiller, Tjerk
Tjerk Brühwiller
Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.
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