FAZ plus ArtikelKonflikt in Sudan

Die Achse der Autoritären

Von Christoph Ehrhardt, Beirut und Thilo Thielke, Kapstadt
Aktualisiert am 14.06.2019
 - 17:27
Sicherheitskräfte patrouillieren in den Tagen nach dem Massaker durch die sudanesische Hauptstadt Khartum.
Unmittelbar vor dem Massaker an der Demokratie-Bewegung in Sudan waren die wichtigsten Männer des Militärs in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das war kein Zufall.

Die düsteren Vorboten waren nicht zu übersehen. Wenige Tage bevor bewaffnete Einheiten der sudanesischen Militärjunta jenen Platz in Khartum stürmten, auf dem zuvor wochenlang Aktivisten der Demokratiebewegung friedlich kampiert hatten, wurde den Reportern des arabischen Nachrichtensenders Al Dschazira die Akkreditierung in Sudan entzogen. Das Büro der Fernsehleute in der Hauptstadt Khartum wurde geschlossen.

An einen Zufall mochte in Khartum kaum jemand glauben. Unmittelbar zuvor war der offiziell zweite Mann der Junta, Mohamed Hamdan Daglo, genannt Hemeti, von einer Auslandsreise aus Saudi-Arabien heimgekehrt. Hemeti gilt als starker Mann des Militärregimes, er ist Chef einer mehrere zehntausend Mann starken Miliz, die in der Vergangenheit vor allem durch Greueltaten aufgefallen ist. Al Dschazira hingegen ist das Sprachrohr Qatars – und Qatar ist ein Rivale Saudi-Arabiens.

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Quelle: F.A.Z.
Christoph Ehrhardt  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christoph Ehrhardt
Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
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