<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Krieg in Syrien

Rebellen dürfen offenbar aus Ost-Aleppo abziehen

Aktualisiert am 15.12.2016
 - 09:02
Szene vom Mittwoch aus einen Stadtteil von Aleppo, der bislang von den Rebellen gehalten wurdezur Bildergalerie
In Aleppo laufen nach russischen Angaben die Vorbereitungen für einen Abzug der Rebellen. In der heftig umkämpften Stadt ist es seit dem frühen Morgen ruhig. Die Hoffnung wächst, dass auch die Zivilisten endlich abziehen können.

Die syrische und die russische Armee haben nach Angaben aus Moskau am Donnerstagmorgen mit den Vorbereitungen für den Rückzug der Rebellen aus Aleppo begonnen. Es stünden 20 Busse und zehn Krankenwagen bereit, um die Aufständischen und ihre Familien aus dem Osten von Aleppo in die nordwestliche Stadt Idlib zu bringen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Zuvor hatte ein syrischer Militärvertreter von einer neuen Einigung über einen Rückzug gesprochen. Auch der Abzug von Zivilisten und Verletzten soll Rebellen zufolge an diesem Donnerstagmorgen beginnen. Nähere Angaben dazu machten aber weder sie noch Russland.

In der heftig umkämpften Stadt war es seit dem frühen Morgen ruhig geblieben. Der Sprecher der radikal-islamischen Miliz Ahrar al-Scham, Ahmed Kara Ali, hatte am Mittwochabend angekündigt, bereits in den nächsten Stunden solle eine neue Waffenruhe in Kraft treten. Ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki bestätigte dies ebenso wie am frühen Morgen die auf Seiten der Regierung von Baschar al-Assad kämpfende Hizbullah-Miliz.

Ost-Aleppo
Drohnen-Video zeigt Verwüstungen
© AFP, reuters

Aktivisten berichteten zugleich von neuen Luftangriffen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete heftigen Beschuss der verbliebenen Rebellengebiete Aleppos. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, die Armee und verbündete Milizen hätten den bislang heftigsten Angriff auf die oppositionellen Milizen begonnen.

In der Nacht schien sich die Lage aber zu beruhigen: Einwohner aus dem von Rebellen kontrollierten kleinen Gebiet im Osten Aleppos berichteten, die Intensität der Luftangriffe und des Beschusses habe abgenommen. Auch in den von der Regierung kontrollierten Teilen sei es ruhig, hieß es aus Regierungskreisen.

Neuer Anlauf

Ein am Dienstag ausgehandeltes Abkommen über den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Aleppos Rebellengebieten war am Mittwoch zunächst nicht umgesetzt worden. Russland als Unterstützer der Regierung von Präsident Baschar al-Assad beschuldigte die Regimegegner, sich nicht an die Einigung gehalten und die Waffenruhe gebrochen zu haben.

Netzbotschaften aus Aleppo
Letzte Grüße aus einer sterbenden Stadt
© F.A.Z., FAZ.NET

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Mittwoch gesagt, er hoffe, dass sich die Lage in Ost-Aleppo in zwei bis drei Tagen endgültig entspannen werde. In einem Telefonat mit seinem amerikanischen Kollegen John Kerry bekräftigte er, dass die syrische Regierung zum freien Abzug der Rebellen aus Ost-Aleppo bereit sei, wie das Außenamt in Moskau am Mittwochabend mitteilte.

Kein Wasser, kein Essen

Regierungstruppen haben seit Beginn einer Offensive den größten Teil der von oppositionellen Milizen kontrollierten Gebiete Aleppos eingenommen. In den verbliebenen Vierteln der Rebellen halten sich noch Zehntausende Zivilisten auf. Wegen der monatelangen Blockade herrscht dort akuter Mangel an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Assad will auch nach einer Eroberung Aleppos weiter kämpfen lassen. Er sagte dem russischen Staatsfernsehen: „Von einer Feuerpause kann keine Rede sein.“ Mit Milde könnten nur „Terroristen“ rechnen, die sich ergeben oder den Kampfort verlassen. Die Kämpfe gingen weiter, bis „das ganze Land von Terroristen gesäubert“ sei.

Die syrische Armee hatte zusammen mit ihren Verbündeten vor einem Monat eine Offensive auf die Rebellengebiete in Ost-Aleppo begonnen. Die frühere Handelsmetropole war jahrelang zwischen Regime und Rebellen geteilt und gilt mit ihrer Verwüstung heute als Symbol für den Krieg.

Quelle: dpa/afp
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.