Laut türkischen Angaben

Passage amerikanischer Kriegsschiffe ins Schwarze Meer abgesagt

15.04.2021
, 11:43
Laut der Türkei haben die Vereinigten Staaten die Entsendung von Kriegsschiffen ins Schwarze Meer abgesagt. Moskau hatte Washington davor gewarnt. In der Region steigen die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland.

Die Vereinigten Staaten haben die Entsendung zweier Kriegsschiffe ins Schwarze Meer nach Angaben der Türkei abgesagt. Das erste Schiff, das vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Russland und der Ukraine in die Region geschickt werden sollte, sei nicht wie geplant am Mittwoch eingetroffen, hieß es aus türkischen Diplomatenkreisen.

Auch die Entsendung des zweiten Schiffs, das am Donnerstag einlaufen sollte, sei gekippt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Über ein mögliches neues Datum für das Eintreffen der Schiffe sei Ankara nicht informiert worden.

Bis zu drei Wochen im Schwarzen Meer

Die Vereinigten Staaten hatten nach Angaben Ankaras vergangene Woche ihr Vorhaben angekündigt. Washington hat bislang weder die Entsendung noch die Absage bestätigt. Der Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte vergangene Woche keine Stellung zu den Berichten beziehen wollen – jedoch betont, dass die Vereinigten Staaten „routinemäßig“ Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im Einsatz hätten.

Die amerikanischen Schiffe sollten laut Ankara bis Anfang Mai in der Region bleiben. Laut einem internationalen Abkommen von 1936 muss Washington Ankara mindestens zwei Wochen vor der Entsendung von Kriegsschiffen durch die Meerengen des Bosporus und der Dardanellen über das Vorhaben benachrichtigen. Das Abkommen erlaubt ausländischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt von maximal drei Wochen im Schwarzen Meer.

Moskau hatte nach der Ankündigung von einer Provokation gesprochen und die amerikanische Regierung vor der Ankunft der Kriegsschiffe gewarnt. Auf der Halbinsel Krim ist die russische Schwarzmeer-Flotte stationiert. Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 annektiert und nach einem von der Ukraine und dem Westen nicht anerkannten Volksentscheid ins eigene Staatsgebiet aufgenommen.

International wächst derzeit die Besorgnis, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte eskalieren. Nach ukrainischen Angaben hat Russland 41.000 Soldaten an der Grenze zur Ostukraine zusammengezogen. Moskau spricht von „Kampftraining“. In der Ostukraine gibt es seit Mitte Februar wieder verstärkt Kämpfe zwischen prorussischen Rebellen und der Regierungsarmee. Der amerikanische Präsident Joe Biden rief Russlands Präsident Wladimir Putin kürzlich in einem Telefonat zur Deeskalation auf und schlug ein Gipfeltreffen in einem Drittstaat vor.

Quelle: AFP/dpa
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