Anschlag in London

Viertes Opfer erliegt seinen Verletzungen

23.03.2017
, 22:45
Spurensuche am Tag nach dem Anschlag
Der Anschlag von London hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein Mann starb im Krankenhaus. Erste Details gibt es auch zu den acht Festgenommen.
ANZEIGE

Nach dem Anschlag von London ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen. Ein 75 Jahre alter Mann sei an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Zuvor hatte Scotland Yard mitgeteilt, dass zwei Opfer des Anschlages weiter in Lebensgefahr schwebten. Der Zustand von fünf weiteren Verletzten sei kritisch.

Bei dem Anschlag am Mittwoch beim Londoner Parlament waren vier Menschen getötet worden, unter ihnen der Attentäter. Etwa 40 Menschen wurden verletzt. Etwa 30 Menschen aus elf Ländern mussten im Krankenhaus behandelt werden. Darunter auch eine Frau aus Deutschland.

ANZEIGE

Der Attentäter, ein 52 Jahre alter Mann aus Großbritannien namens Khalid Masood, war mit einem Auto in Fußgänger gerast, bevor er danach mit einem Messer einen Polizisten tödlich verletzte. Der Angreifer wurde von weiteren Beamten erschossen.

Video starten Video
London
Weiteres Todesopfer nach London-Anschlag

Acht Menschen, drei Frauen und fünf Männer, wurden bis Donnerstag im Zusammenhang mit dem Angriff wegen Verdachts auf Vorbereitung einer terroristischen Straftat festgenommen. Diese Festnahmen wertet die Polizei als Volltreffer. Alle acht würden der Terrorvorbereitungen verdächtigt, teilte sie am Donnerstag mit. Die Ermittlungen würden mit Hunderten Beamten fortgesetzt, derzeit gebe es noch Razzien in Wales, in Birmingham und in London. Premierministerin Theresa May hatte kurz zuvor erklärt, der Angreifer sei ein Einzeltäter gewesen.

Der Täter sei der Polizei schon wegen Gewaltdelikten und unerlaubten Waffenbesitzes bekannt gewesen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Eine Verurteilung wegen terroristischer Aktivitäten habe es nicht gegeben.

Video starten Video
Terror in London
Attentäter in Großbritannien geboren

Masood wurde in der südostenglischen Grafschaft Kent geboren und lebte zuletzt in der Region West Midlands. „Seine erste Verurteilung war 1983 wegen Sachbeschädigung, die letzte 2013 wegen unerlaubten Besitzes eines Messers“, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Er sei unter mehreren Aliasnamen bekannt gewesen.

ANZEIGE

Zuvor hatte May gesagt, der Täter sei vor einigen Jahren schon einmal im Visier des Geheimdienstes MI5 gewesen – im Zusammenhang mit gewalttätigem Extremismus. „Er war eine Randfigur.“ Aktuell habe der Mann jedoch nicht im Fokus der Behörden gestanden. „Es gab keine Hinweise auf seine Absicht oder auf die Tat.“

Wie May weiter sagte, ist auch eine Deutsche bei dem Anschlag in der Hauptstadt verletzt worden. Insgesamt seien Menschen aus mindestens elf Ländern betroffen. Unter den Verletzten seien zwölf Briten, drei französische Schüler, zwei Rumänen, vier Südkoreaner, zwei Griechen und jeweils eine Person aus Polen, Irland, China, Italien und den Vereinigten Staaten.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bezichtigt sich als Urheber des Terroranschlags. Ein „Soldat“ des IS habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr „Amaq“ am Donnerstag im Internet unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise der Extremisten. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS verbreitet. Auf diesem Weg hatten Extremisten auch andere Attentate in Europa für sich reklamiert.

Bislang acht Festnahmen

Die Abgeordneten des britischen Parlaments hielten am Donnerstag eine Schweigeminute für die Opfer ab. May sagte danach: „Wir haben keine Angst, und unsere Entschlossenheit wird angesichts des Terrorismus niemals wanken.“ An der Parlamentssitzung nahm auch der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault teil. Er hatte zuvor die Angehörigen der drei französischen Oberschüler getroffen, die bei dem Anschlag verletzt wurden.

ANZEIGE

Am Mittwoch hatte der Täter auf der Westminister-Brücke ein Auto auf den Gehweg gesteuert und viele Fußgänger erfasst. Als der Wagen in einem Zaun vor dem Parlament zum Stehen kam, stieg der Mann aus und erstach einen Polizisten, bevor er überwältigt werden konnte. Im Zusammenhang mit dem Anschlag gab es laut May bis zum Donnerstagvormittag acht Festnahmen.

ANZEIGE

Die Tat löste international Bestürzung und Anteilnahme aus. Das britische Parlament und Scotland Yard gedachten ebenso wie Abgeordnete in Deutschland der Opfer. Paris schaltete die Beleuchtung des Eiffelturms ab, das Brandenburger Tor in Berlin sollte in den Farben der britischen Flagge angestrahlt werden. Für diesen Abend ist eine Gedenkveranstaltung auf dem Trafalgar Square in London geplant.

Öffnen
Anschlag in London
So lief der Anschlag in London ab

Der Terroranschlag beeinflusst nicht den Zeitplan der britischen Regierung zum Ausstieg aus der EU („Brexit“). Premierministerin May will wie geplant am Mittwoch offiziell den Austritt ihres Landes beantragen. Das bestätigte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Somit könnten die Austrittsverhandlungen mit Brüssel schon bald darauf beginnen.

Quelle: phi./nto./dpa/Reuters/pach.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Automarkt
Top-Gebrauchtwagen mit Garantie
Gasvergleich
Gas vergleichen und sparen
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Compliance Management
ANZEIGE