Ausbau der Atomenergie

Macron kündigt Investitionsplan über 30 Milliarden Euro an

Von Michaela Wiegel und Niklas Záboji, Paris
12.10.2021
, 13:17
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht während einer Präsentation des Investitionsplans „France 2030“ im Elysée-Palast.
Frankreich will mit einem groß angelegten Innovationsplan der Wirtschaft des Landes auf die Sprünge helfen. Präsident Macron lässt mit dem Geld auch neue, kleine Atommeiler bauen.
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Mit staatlichen Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro in Innovation und Forschung will der französische Präsident Emmanuel Macron Frankreich für das Jahr 2030 rüsten. Er stellte eine Roadmap für die „Schlacht um Innovation und Industrialisierung“ vor.

Eine Milliarde Euro soll dem Ausbau der zivilen Nuklearenergie zugutekommen. Macron kündigte bei seiner Rede am Dienstag im Elysée-Palast an, in neue, kleine Atomkraftwerke, die sogenannten Small Modular Reactors (SMR) zu investieren. „Sie sind viel sicherer und produzieren weniger Müll“, sagte Macron. Unter dem Titel „Atomkraft neu erfinden“ erläuterte er, dass die Nuklearenergie eine saubere und CO2-arme Energiequelle sei.

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Er kündigte an, dass staatliche Subventionen in neue Technologien mit geringerer Atommüllproduktion und besserer Weiterverarbeitung fließen sollten. Die Atomkraft sieht er als einen Bereich, in dem Frankreich und Europäer eine Führungsrolle einnehmen sollten.

„Nicht denselben Fehler machen wie bei den Erneuerbaren“

Angesichts der Rekordpreise für Gas und andere fossile Energiequellen müsse die EU auf unabhängige Stromversorgung setzen. Macron übte deutlich Kritik an der zurückliegenden EU-Strategie zu erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik. „Wir dürfen nicht denselben Fehler machen wie bei den erneuerbaren Energien“, sagte der Staatschef. „Wir müssen massiv in unser industrielles Angebot investieren“, forderte er.

Er kündigte Investitionen in „grünen“ Wasserstoff an. Frankreich will zudem bis 2030 zwei Millionen Elektro- und Hybrid-Autos produzieren. Die Pandemie habe die europäischen Abhängigkeiten von weltweiten Wertschöpfungsketten enthüllt. Der 30-Milliarden-Plan ergänzt den 100-Milliarden-Wiederaufbau-Plan, den die Regierung im Rahmen des europäischen Recovery Fonds vorgestellt hatte.

Macron begründete seine Ankündigungen damit, dass Frankreichs Wirtschaft ohne massive Investitionen in Zukunftstechnologien den Anschluss zu verlieren drohe. Das sei seine tiefe Überzeugung. Die Deindustrialisierung müsse der Vergangenheit angehören. „Es gibt einige Bereiche, in denen wir als Franzosen und Europäer eine Führungsrolle einnehmen sollten“, sagte Frankreichs Präsident. Öffentliche Investitionen in disruptive Technologien seien unabdingbar. Denn gute Ideen dürften nicht an der Finanzierung scheitern.

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Zwei Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge bis 2030

Die sogenannten Mini-Reaktoren sind bislang Zukunftsmusik. Global betrachtet gibt es rund 70 Projekte. Ob sie schon im Jahr 2030 Strom produzieren können, galt unter Fachleuten bislang als strittig. Doch deutete Macron mit Verweis auf die Erfindung der Corona-Impfstoffe an, dass technologisch vieles sehr schnell gehen könne.

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Macron nannte die Atomkraft, den Wasserstoff und die Stromproduktion aus erneuerbarer Energie in einem Atemzug. Letztere allein werden in den kommenden Jahren noch nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, um den Energiebedarf zu decken – in Frankreich, aber auch in anderen Ländern in Europa. Wasserstoff werde speziell gebraucht, um Sektoren wie die Luftfahrt und den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren.

Auch Bereiche wie die Autoindustrie sind Teil von Macrons Reindustrialisierungsstrategie. Bis 2030 sollen zwei Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge in Frankreich produziert werden.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Wiegel, Michaela
Michaela Wiegel
Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
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Autorenporträt / Zaboji, Niklas
Niklas Záboji
Wirtschaftskorrespondent in Paris
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