Treffen beim G-7-Gipfel

Macron will Neustart der französisch-britischen Beziehungen

12.06.2021
, 11:47
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich während des G-7-Gipfels mit dem britischen Premierminister Boris Johnson getroffen. Er sei bereit für einen „Reset“ – jedoch nur, wenn die Briten den Brexit-Vertrag respektierten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron möchte einen Neustart der französisch-britischen Beziehung. Macron habe sich am Samstagmorgen während des G-7-Gipfels im südenglischen Cornwall mit dem britischen Premierminister Boris Johnson getroffen, wie der Élyséepalast mitteilte. Macron sei bereit für einen „Reset“. Beide Länder hätten viele Gemeinamkeiten. Allerdings habe er nachdrücklich betont, dass die Briten das den Europäern gegebene Wort halten und den Rahmen des Brexit-Vertrags respektieren müssten.

Vor einigen Wochen war der Fischerei-Streit zwischen London und Paris vor der Kanalinsel Jersey eskaliert, die zwar zur britischen Krone, aber nicht zum Vereinigten Königreich gehört. Dabei ging es um Fischereilizenzen – zuletzt hatten sich die Wogen aber wieder etwas geglättet. Auch beim Thema Nordirland gibt es Unstimmigkeiten zwischen Großbritannien und der Europäischen Union.

Das sogenannte Nordirland-Protokoll wurde im Zuge der Verhandlungen über den Brexit-Vertrag und die langfristigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU ausgehandelt. Es verleiht dem zum Königreich gehörenden Nordirland einen vorübergehenden Sonderstatus, der etwa Zollerleichterungen vorsieht. An nordirischen Häfen sind dabei im Gegenzug Kontrollen für einige Waren vorgesehen, die aus Großbritannien geliefert werden. Dies soll eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland zu verhindern. Die britische Regierung setzt diese Kontrollen aber nur teilweise um. Die Zollerleichterungen laufen zum 11. Juli aus.

Macron habe nun in dem Gespräch mit Johnson auch betont, dass Frankreich und Großbritannien eine gemeinsame Vision und gemeinsame Interessen bei wichtigen globalen Fragen teilten. Es gebe außerdem einen gemeinsamen Ansatz bei Themen wie der Rüstungskontrolle. Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Auch die EU nimmt an ihren Treffen teil, das noch bis einschließlich Sonntag andauert.

Quelle: dpa/Reuters
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