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Militärmanöver

Plant China einen Angriff auf Taiwan?

Von Friederike Böge, Peking
18.09.2020
, 19:39
Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen. Bild: AFP
Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.
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China ließ am Freitag seine Muskeln spielen. Zwei Bomber und 16 Kampfflugzeuge überquerten am frühen Morgen die sogenannte Mittellinie über der Taiwan-Straße und drangen aus vier Richtungen in die von Taiwan deklarierte Luftverteidigungszone ein. Es war ein unfreundlicher Gruß an den Amerikaner Keith Krach, Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im Außenministerium. Krach war am Donnerstag zu einem mehrtägigen Besuch in Taiwan eingetroffen. Aus chinesischer Sicht ist das ein Affront. Denn seit 1979, als Amerika die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abbrach, hat kein so ranghoher Mitarbeiter des State Departments mehr die Insel betreten. Neulich war schon der amerikanische Gesundheitsminister Alex Azar da. In New York traf sich die amerikanische UN-Botschafterin demonstrativ mit dem dortigen taiwanischen Vertreter zum Mittagessen und nannte es „historisch“. China sieht darin den Versuch, Taiwan mittels einer „Salamitaktik“ diplomatisch aufzuwerten und, so mutmaßt Peking, zu Schritten in Richtung Unabhängigkeit zu ermutigen.

Krachs Reise ist auch deshalb ein klares Signal an Peking, weil der Amerikaner an einer Zeremonie zu Ehren des kürzlich verstorbenen früheren Präsidenten Lee Teng-hui teilnimmt. Der gilt in Peking als „Separatist“, weil er eine eigenständige Identität der Inselbewohner als Taiwaner statt als Chinesen gefördert hatte. Das chinesische Verteidigungsministerium ließ am Freitag Militärmanöver mit Schießübungen vor Taiwans Küste abhalten. Ein Sprecher drohte der taiwanischen Regierung: „Wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um.“

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Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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