Großoffensive um Takrit

Irakische Armee meldet Erfolge

28.06.2014
, 15:41
Mit amerikanischem Gerät: Isis-Terroristen in Mossul
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In der besetzten Stadt Takrit hat Iraks Armee ihre Offensive gegen die sunnitischen Isis-Terroristen begonnen - und meldet rasche Erfolge. Tausende Soldaten sind im Einsatz.

Im Kampf gegen die sunnitischen Isis-Milizen hat die irakische Armee nach eigenen Angaben den Geburtsort des früheren Diktators Saddam Hussein zurückerobert. Soldaten hätten Al-Awja, einen Vorort der Stadt Takrit, in einem groß angelegten Angriff befreit, sagte ein Armeeoffizier am Samstag.

Demnach beherrschen die Regierungstruppen das Umland von Takrit und wollen die Stadt nun „von allen Seiten“ stürmen. Laut einem Bericht des irakischen Nachrichtenportals „Al-Sumeria“ unterstützen örtliche Stämme die irakische Armee.

In dem Vorort Al-Awja war Saddam nach seinem Tod im Jahr 2006 auch begraben worden. Takrit liegt rund 140 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Milizen der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) hatten den Ort am 11. Juni eingenommen.

Takrit ist strategisch wichtig, weil die Stadt an einer Hauptverbindungsstraße zwischen dem Norden des Landes und Bagdad liegt. Die irakische Armee hatte am Freitag eine Offensive auf die Stadt angekündigt und diese am Samstagmorgen begonnen. Dabei rückte sie mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen auf die Stadt vor. Auch Kampfhubschrauber waren im Einsatz.

Isis-Kämpfer und ihre regionalen sunnitischen Verbündeten beherrschen mehr als zwei Wochen nach Beginn ihres Vormarsches große Teile des Nordens und Westens des Iraks. Sie wollen Bagdad einnehmen und ein grenzüberschreitendes Kalifat gründen.

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Irak
Peschmerga-Kämpfer sichern Norden von Irak

Isis-Milizen töteten in Takrit nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bei Massenexekutionen mindestens 160 Menschen. Fotos und Satellitenaufnahmen aus der Stadt Takrit gäben starke Hinweise auf ein „schreckliches Kriegsverbrechen“, hatte HRW am Freitag berichtet. Von Isis im Internet veröffentlichte Bilder zeigen, wie vermummte Bewaffnete auf am Boden liegende Männer in Zivilkleidung zielen.

Als Reaktion auf den Vormarsch der Isis im Irak unterstützt das deutsche Außenministerium Hilfsprojekte im Land mit zwei Millionen Euro. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz solle mit dem Geld Flüchtlingen helfen, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstag in Berlin. Unter anderem gehe es um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Seit Anfang Juni 2014 ist die Gewalt im Irak eskaliert. Bei Kämpfen sind bereits mehr als 1000 Menschen getötet worden. In den umkämpften Gebieten gibt es für Vertriebene nur eingeschränkten Zugang zu Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Bild: F.A.Z.

Nach Schätzungen sind 1,2 Millionen Menschen als Binnenvertriebene im Land auf der Flucht. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtete am Freitag, dass in den vergangenen Tagen allein rund 10.000 Christen aus dem Nordirak in die kurdischen Autonomiegebiete geflüchtet seien.

Quelle: AFP/dpa
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