IS auf dem Vormarsch

Terrormiliz erobert irakischen Regierungssitz in Ramadi

15.05.2015
, 13:46
Irakische Regierungstruppen verteidigen am 14. Mai ihr Hauptquartier in Ramadi gegen Angriffe der Terrormiliz IS. Einen Tag später haben die Dschihadisten nach Regierungsangaben die Gebäude erobert.
Video
Sichtbarkeit der Bildbeschreibung wechseln
Die Terrormiliz IS ist wieder auf dem Vormarsch. In der irakischen Stadt Ramadi eroberten Dschihadisten den Sitz der Provinzregierung. In Syrien rücken IS-Kämpfer immer näher auf die antike Stadt Palmyra vor.

In der umkämpften irakischen Stadt Ramadi hat die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) am Freitag das Hauptquartier der Regierung erobert. Nach Angaben eines Polizeioffiziers übernahmen die IS-Kämpfer am frühen Nachmittag die Kontrolle über das Regierungsgebäude und hissten dort ihre schwarze Flagge. Am Donnerstag hatte der IS mit einer neuen Offensive auf die Hauptstadt der Provinz Anbar im Westen des Irak begonnen.

Mit der Eroberung des Regierungskomplexes kontrolliert die Dschihadistenmiliz die Provinzhauptstadt nun nahezu komplett. Die Regierung kämpft seit Monaten gegen die IS-Miliz, die im Juni vergangenen Jahres nördlich und westlich von Bagdad eine Offensive gestartet hatte.

Angesichts des Vormarschs von Kämpfern der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) auf die weltberühmte antike Stadt Palmyra in Syrien hat die Staatsführung in Damaskus Soldaten zur Verstärkung entsandt.

Die syrische Armee fliege Luftangriffe gegen die Extremisten, die nur noch einen Kilometer von der Oasenstadt in der zentralen Provinz Homs entfernt stünden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag weiter mit. Der Provinzgouverneur Talal Barasi bestätigte die Angaben und versicherte, die Lage in Palmyra sei „unter Kontrolle“.

Bei ihrem Vorstoß auf Palmyra hatten die Dschihadisten nach Angaben der Beobachtungsstelle, deren Erkenntnisse aus einem Informantennetzwerk vor Ort stammen und unabhängig kaum überprüfbar sind, 26 Bewohner umliegender Dörfer hingerichtet, darunter zehn durch Enthauptung.

Seit Donnerstag sollen zudem 73 Soldaten und 65 IS-Kämpfer getötet worden sein. Die Sorge um das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Palmyra ist wegen der vom IS in anderen antiken Stätten wie Nimrud und Hatra verübten Zerstörungen groß.

Ein syrischer Polizist hält Wache vor den Überresten der antiken Stadt Palmyra
Ein syrischer Polizist hält Wache vor den Überresten der antiken Stadt Palmyra Bild: AFP

Gut einen Monat nach der Nachricht von der Zerstörung der nordirakischen Ruinenstadt Nimrud zeigte der IS Mitte April in einem Video das Ausmaß der Verwüstung in der Ausgrabungsstätte aus dem 13. Jahrhundert vor Christus.

Das Video lässt erahnen, dass von der Stätte am Ufer des Tigris, rund 30 Kilometer südöstlich von Mossul, kaum noch etwas erhalten sein dürfte. Nimrud war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte im Zweistromland, das wiederum oft als Wiege der Kultur beschrieben wird.

Unesco-Chefin Irina Bokowa wies darauf hin, der „unersetzliche Schatz“ habe bereits in den vergangenen Jahren unter Übergriffen und Plünderungen gelitten. Sie forderte die Einstellung der Kämpfe und appellierte an alle Konfliktparteien, Palmyra zu schützen und alles zu tun, um eine Zerstörung zu verhindern.

Die Unesco sprach von einem einzigartigen Relikt aus dem ersten Jahrhundert und einem architektonischen Meisterwerk. In Palmyra stehen bis heute einzigartige Ruinen der ehemaligen Handelsmetropole der legendären Königin Zenobia. Die Ruinenstadt gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten.

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im Norden des Iraks überrannt. In beiden Ländern werden die Dschihadisten am Boden von einheimischen Einheiten und aus der Luft von einer internationalen Militärallianz unter Führung der Vereinigten Staaten bekämpft.

Video starten Video
IS auf dem Vormarsch
Antikenstadt Palmyra in Syrien von Terrormiliz bedroht
Quelle: AFP
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage