Medienbericht

IS-Miliz zählt mittlerweile 17.000 Kämpfer

21.08.2014
, 20:39
Die IS-Terrormiliz schürt Furcht und hinterlässt Zerstörung - wie hier in der syrischen Stadt Maaloula
Die Zahl der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien soll sich seit Juni verdoppelt haben, berichtet die „New York Times“. Die Vereinigten Staaten hält Verteidigungsminister Hagel für akut bedroht. Daher will Washington die Luftangriffe nun ausweiten.

Die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak (IS) soll im irakisch-syrischen Grenzgebiet mittlerweile auf etwa 17.000 mobile Kämpfer zurückgreifen können. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Angaben von amerikanischen Militär- und Zivilbeamten.

Diese Zahl beinhalte eine Vorhut von etwa 3000 Kämpfern, die zunächst Anfang Juni in Mossul von Syrien aus in den Irak eingedrungen seien, sowie Tausende von rekrutierten Kämpfern aus dem Ausland und eine große, Zahl von irakischen Sunniten, die sich mit IS verbündet hätten. Damit hätte sich im Vergleich zu früheren Schätzungen die Kämpferzahl der Terrormiliz seit Juni fast verdoppelt.

Insgesamt 90 Luftangriffe

Das amerikanische Militär plant derweil laut Informationen der „New York Times“ die Zerstörung weiterer Ziele in der Nähe des von kurdischen Peshmerga-Kämpfern zurückeroberten Mossuldamms mit Hilfe von Luftangriffen. Das gab das amerikanische Verteidigungsministerium am Donnerstag bekannt. Bislang haben die Vereinigten Staaten insgesamt 90 Luftangriffe durchgeführt - allein zwanzig davon seit der Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley am Mittwoch.

Verteidigungsminister Chuck Hagel bezeichnete die Terrormiliz als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten. „Sie ist weit mehr als eine Terrorgruppe“, sagte Hagel. Der IS sei „so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere. Wir verfolgen eine langfristige Strategie“, so Hagel mit Blick auf die avisierte Ausweitung der Angriffe. Allerdings sei der Einsatz der Amerikaner begrenzt. Um die Extremisten vollständig zu besiegen, müsse der Irak seine innenpolitischen Probleme in den Griff bekommen.

Der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel
Der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel Bild: AFP

Zuvor hatte Präsident Barack Obama nochmals den Mord an Foley verurteilt. Außenminister John Kerry erklärte, die IS-Miliz „muss zerstört werden.“ Nach Angaben der „New York Times“ verfolge das amerikanische Militär bislang allerdings noch das Ziel, die Aktionen der Terrorgruppe so weit wie möglich einzudämmen, anstatt sie vollständig zu vernichten. Die Fähigkeiten der irakischen und kurdischen Kräfte gegen die IS-Kämpfer vorzugehen würden indes als begrenzt eingeschätzt, ähnlich wie auch die der syrischen Opposition.

Iran nicht zu Zusammenarbeit bereit

Auf die Unterstützung durch den langjährigen Gegner Iran kann Amerika derweil offenbar nicht zählen. Trotz der Gefahr der schnell wachsenden IS hat das iranische Außenministerium Medienberichte zurückgewiesen, wonach die Islamische Republik im Gegenzug für eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zur Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Terror im Irak bereit sei. Der Minister sei nicht korrekt zitiert worden, teilte Außenamtssprecherin Masieh Afcham am Donnerstag mit. Die Berichte stimmten daher nicht.

Mehrere Medien hatten zuvor unter Berufung auf Außenminister Muhammad Dschawad Zarif berichtet, Iran sei bereit, sich am Kampf gegen die Terrormiliz im Irak zu beteiligen. Im Gegenzug müssten die Vetomächte der Vereinten Nationen sowie Deutschland beim Sicherheitsrat auf eine Aufhebung der im Atomstreit verhängten Strafmaßnahmen drängen, wurde Sarif etwa von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zitiert. Die Sanktionen haben den Gottesstaat in eine Wirtschaftskrise gestürzt.

Als Nachbarland des Iraks spielt Iran eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die IS-Milizen. Der schiitische Iran gehört zu den Feinden der sunnitischen Extremistengruppe. Es soll bereits eine Zusammenarbeit der Islamischen Republik mit dem eigentlichen Erzfeind - den Vereinigten Staaten von Amerika - gegeben haben. Bestätigen wollte das bislang aber keine der beiden Regierungen.

Quelle: FAZ.NET/dpa
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