Syrien

Regierungstruppen sollen Giftgas eingesetzt haben

21.08.2013
, 10:08
Die Leichen der Getöteten werden am Montag in einem Vorort von Damaskus inspiziert. Das Bild stammt von einer oppositionellen Nachrichtenagentur.
Wieder soll in Syrien Giftgas eingesetzt worden sein. Das meldeten mehrere oppositionelle Organisationen. Bei Angriffen auf Dörfer östlich von Damaskus sollen 1300 Menschen getötet worden sein.

Die syrischen Regierungstruppen sollen bei Angriffen auf Dörfer östlich von Damaskus 1300 Menschen getötet und dabei Giftgas eingesetzt haben. Das sagte George Sabra, ein Vertreter der oppositionellen Nationalen Syrischen Allianz, am Mittwoch in Istanbul. Auch andere Organisationen warfen dem Regime in Damaskus den Einsatz von Giftgas vor. Der allgemeine syrische Revolutionsausschuss veröffentlichte Videos auf YouTube, die das belegen sollen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab an, Regierungstruppen hätten die Gegend um Ghuta in der Nacht von Kampfflugzeugen aus bombardiert und Raketenwerfer eingesetzt. Die syrische Regierung dementierte den Einsatz von Giftgas. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war zunächst nicht möglich.

In dem Konflikt beschuldigen Regierung und Rebellen einander seit längerer Zeit, chemische Waffen zu benutzen. Die syrische Opposition und die Arabische Liga appellierten an die UN-Chemiewaffen-Experten, die sich derzeit in Damaskus aufhalten, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Auch Frankreich, Großbritannien und die Türkei setzen sich bei den Vereinten Nationen für eine Untersuchung des möglichen Giftgasangriffes ein.

Großbritanniens Außenminister William Hague sprach in London von einer „schockierenden Eskalation“. Sollten sich die Berichte bestätigen, würden die Verursacher zur Verantwortung gezogen - „auf jede Weise, die uns zur Verfügung steht“. Hague forderte die Führung in Damaskus auf, den UN-Inspekteuren sofort Zugang zu gewähren. Auch das türkische Außenministerium erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, das nach Damaskus gereiste Team solle den Sachverhalt aufklären. Sollte sich ein Giftgaseinsatz bestätigen, müsse die internationale Gemeinschaft auf dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit reagieren.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann vor etwa zweieinhalb Jahren. Nach UN-Angaben wurden bei den Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen mehr als 100.000 Menschen getötet, Millionen Menschen ergriffen die Flucht.

Quelle: FAZ.NET
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