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Bis zur 13. Klasse

Italien führt Klimawandel als Schulfach ein

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Der Klimawandel ist bei ihm nicht mit Gänsefüßchen, sondern Ausrufezeichen versehen: Italiens Bildungsminister Lorenzo Fioramonti.

Italien wird das erste Land sein, in dem es vom kommenden Schuljahr an das Unterrichtsfach Klimawandel und nachhaltige Entwicklung gibt. Das sagte der italienische Bildungsminister Lorenzo Fioramonti. „Ich möchte das italienische Bildungssystem zum ersten Bildungssystem machen, das die Umwelt und die Gesellschaft in den Mittelpunkt all dessen stellt, was wir in der Schule lernen“, so der Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung, die in einer Regierungskoalition mit den italienischen Sozialdemokraten ist, zur Nachrichtenagentur Reuters. 33 Stunden im Jahr, also etwa eine Stunde pro Woche, sollen sich die Schüler mit den Themen auseinandersetzen. In öffentlichen Schulen ist dies verpflichtend.

In Gesprächen mit dem britischen „Telegraph“ und der „New York Times“ konkretisierte der 42 Jahre alte Politiker seine Pläne. Demnach werde das Fach von der ersten bis zur dreizehnten Klasse unterrichtet, von sechs Jahre alten bis 19-jährigen Schülern. Als Unterrichtsrahmen für die höheren Jahrgänge gilt die von den Vereinten Nationen verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Schüler befassen sich also etwa mit Fragen rund um nachhaltiges Leben, wie die Verschmutzung der Ozeane bekämpft werden kann – und wie der Klimawandel Armut und soziale Ungleichheit adressiert. „Italien wird das erste Land sein, das diesen Rahmen adoptiert“, sagte Fioramonti dem „Telegraph“. Grundschulkinder könnten sich damit auseinandersetzen, welche Bedeutung die Umwelt für verschiedene Kulturen hat.

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Klimawandel und Nachhaltigkeit sollen aber nicht nur Topoi des eigens dafür geschaffenen Unterrichtsfachs sein. Wie ein „trojanisches Pferd“, sagte der Bildungsminister der „New York Times“, werde es auch Fächer wie Geografie, Mathematik oder Physik betreffen. In Geografie sollen die Schüler dann nicht mehr nur über Orte und Länder sprechen, sondern vor allem über den menschlichen Einfluss auf bestimmte Gebiete der Erde.

Fioramonti ist bereits zum Ziel von Kritik konservativer und rechtspopulistischer Politiker geworden, nachdem der frühere Wirtschaftsprofessor Steuern auf Flugtickets, Zucker und Plastik forderte, Kruzifixe aus den Klassenräumen verbannen wollte und die Schüler im September dazu engagierte, sich an den Klimaprotesten der „Fridays for Future“-Bewegung anzuschließen anstatt in die Schule zu gehen. Angst, dass das Fach unter einer neuen Regierung schnell wieder abgeschafft wird, hat Fioramonti, der sich selbst als Antithese zu Lega-Chef Matteo Salvini versteht, nicht. „Das Klimafach geht über diese Regierung hinaus“, sagte er.

Quelle: frez./Reuters
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