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FAZ plus ArtikelNicaragua

Die ständige Angst davor, zu verschwinden

Von Marlene Grunert, Lüneburg
 - 17:39

Als Paramilitärs ihr mit dem Tode drohten, entschied sich Maria Martinez zur Flucht. Vorübergehend wollte sie Nicaragua verlassen. Sie packte einen halben Koffer und flog von Managua nach Norddeutschland. In der Elbtalaue kam sie bei einer Freundin ihres Vaters unter. Zwei Monate ist das nun her und eine Rückkehr in die Heimat wird immer unwahrscheinlicher. Martinez, die eigentlich anders heißt, läuft durch die Lüneburger Altstadt. Touristen ziehen an ihr vorbei. Im Hintergrund schlagen Kirchenglocken, an den Backsteinfassaden blühen die Stockrosen.

Nicaragua ist seit Monaten nicht wiederzuerkennen. Das kleine Land zwischen Honduras und Costa Rica galt bis vor kurzem als sicherste Region Zentralamerikas. Doch seit April tobt ein Konflikt zwischen der Regierung von Präsident Daniel Ortega und ihren Gegnern. Demonstrationen werden brutal niedergeschlagen und paramilitärische Gruppen kontrollieren das Land. Laut Angaben der parlamentarischen Wahrheitskommission wurden seit Mitte April 265 Menschen getötet, Menschenrechtsorganisationen gehen von bis zu 450 Toten aus. Die meisten Opfer sind Studenten. Sie fordern den Rücktritt Ortegas und eine demokratische Zukunft für Nicaragua.

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Quelle: F.A.Z.
Marlene Grunert
Redakteurin in der Politik.
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