FAZ plus ArtikelNicht nur in Belarus

Eishockey als politischer Faktor

Von Peter Sturm
20.01.2021
, 13:14
Schon bevor Belarus die Eishockey-WM entzogen wurde, war die Sportart ein Faktor in der „großen Politik“. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch Moskau revanchierte sich das tschechoslowakische Team auf dem Eis.

Sport setzt Emotionen frei und bringt nicht selten ein ganzes Volk in Wallung.“ Mit diesem Satz begann Radio Prag im März 2019 einen Rückblick auf ein Ereignis, das zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre zurücklag. In Deutschland würde sich ein solcher Satz wohl auf ein Fußballspiel beziehen. Aber die tschechischen Radioleute erinnerten an ein Eishockeyspiel.

Eishockey hat in der Tschechischen Republik einen weitaus höheren Stellenwert als in vielen anderen Ländern. Und im März 1969 fand in Schweden die Weltmeisterschaft statt. Das Team der Tschechoslowakei spielte innerhalb einer Woche zweimal gegen die Sowjetunion und gewann zweimal. Das wäre für sich genommen schon Anlass zu großer Freude im eishockeyverrückten Land gewesen. Aber der Einmarsch sowjetischer und anderer Ostblockarmeen in die Tschechoslowakei am 21. August 1968 hatte die Situation emotional derart aufgeheizt, dass die beiden Spiele mehr waren als „nur“ Sport.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sturm, Peter
Peter Sturm
Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot