Obama in Israel

In Ewigkeit

EIN KOMMENTAR Von Klaus-Dieter Frankenberger
21.03.2013
, 09:40
Gute Miene: Barack Obama, Benjamin Netanjahu
Gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit ist der amerikanische Präsident Obama nach Israel gereist. Offenbar hält er die symbolische Bedeutung und die Notwendigkeit dieses Besuchs für so groß, dass er die inhaltliche Leere, was eine amerikanische Nahost-Initiative anbelangt, in Kauf nimmt.

In Präsident Obamas erster Amtszeit gab es einen nahöstlichen Glanzpunkt - das war die Rede an die arabische Welt 2009 in Kairo. Das Leuchten währte nur kurz. Ansonsten: Stillstand und Murren in Israel, dessen Ministerpräsident Netanjahu und Obama sich gegenseitig mit Eiswürfeln bewarfen. Jetzt ist Obama gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit nach Israel gereist. Offenbar hält er die symbolische Bedeutung und die Notwendigkeit dieses Besuchs für so groß, dass er die inhaltliche Leere, was eine amerikanische Nahost-Initiative anbelangt, in Kauf nimmt.

Natürlich gibt es den Syrien-Konflikt und die iranische Bedrohung. Und vielleicht geht es aus israelischer und aus amerikanischer, nicht zuletzt innenpolitischer Sicht im Moment nur um die Bekräftigung des Wesentlichen: um die Unumstößlichkeit, ja „Ewigkeit“ der amerikanisch-israelischen Allianz. Dennoch mutet es merkwürdig an, dass der Präsident dafür um die halbe Welt geflogen ist.

Nach dem folgenlosen Werben um Muslime und Araber macht er nun dem Partner Israel die Aufwartung. Ist darin ein Kommentar zur eigenen Politik zu erkennen?

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frankenberger, Klaus-Dieter
Klaus-Dieter Frankenberger
Redakteur in der Politik.
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