FAZ plus ArtikelOmikron in China

Post aus dem Ausland? Ab zum PCR-Test!

Von Friederike Böge, Peking
21.01.2022
, 21:39
Strenge Kontrollen: Teststation in Zhengzhou am 15. Januar
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Die chinesische Seuchenschutzbehörde ist in Erklärungsnot. Trotz strenger Maßnahmen gibt es immer wieder Corona-Ausbrüche. Die Schuld daran gibt sie dem üblichen Verdächtigen: dem Ausland.
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Bewohner der südchinesischen Millionenstadt Guangzhou müssen jetzt einen PCR-Test machen, wenn sie Post aus dem Ausland bekommen haben. Das ist kein Witz, sondern die neueste Maßnahme in Chinas Kampf gegen Omikron. Die Empfänger solcher Sendungen würden automatisch per SMS aufgefordert, sich testen zu lassen, berichtet die „Guangzhou Daily“. Die lokale Seuchenschutzbehörde scheint genau darüber informiert zu sein, wer in der Stadt wann ein Paket aus dem Ausland bekommt. Außerdem empfiehlt die Behörde, solche Bestellungen möglichst zu minimieren und, falls es dafür zu spät ist, beim Öffnen der Sendungen einen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe zu tragen. „Gehen Sie beim Auspacken behutsam vor, quetschen Sie die Packung nicht und benutzen Sie feuchte Tücher, um die Verpackung abzuwischen“, lauten die offiziellen Empfehlungen der Seuchenschützer.

Die Vorstellung, dass das Coronavirus über den Postweg aus dem Ausland nach China kommen könnte, hatte die Seuchenschutzbehörde von Peking vor einer Woche in die Welt gesetzt. Sie stand unter Druck zu erklären, wie die Omikron-Variante ihren Weg in die gut geschützte chinesischen Hauptstadt finden konnte. Weil die Frau, die als erster Pekinger Omikron-Fall registriert wurde, die Stadt in jüngster Zeit nicht verlassen und das Virus deshalb nicht eingeschleppt haben kann, verwiesen die Kontaktverfolger auf den üblichen Verdächtigen: das Ausland. Die infizierte Frau hatte eine DHL-Sendung aus Kanada erhalten, die in vier Tagen über Hongkong nach Peking kam. Wischproben, die von dem Umschlag und den darin befindlichen Dokumenten genommen wurden, seien „positiv“ ausgefallen. Auch für ein aktuelles Delta-Cluster in der Stadt haben die Pekinger Behörden eine ausländische Herkunft ausgemacht. Sie seien auf importierte Tiefkühlkost zurückzuführen, wird insinuiert.

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Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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