FAZ plus ArtikelPetro Poroschenko

Ein Mann in der Krise

Von Gerhard Gnauck, Warschau
29.03.2019
, 18:16
Am Sonntag wird in der Ukraine ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Petro Poroschenko hat die Ukraine seit 2014 als Präsident durch schwierige Zeiten geführt. Doch konnte er die Erwartungen an einen Neuanfang im Land erfüllen?

Am Sonntag werden die Bürger der Ukraine, des größten europäischen Flächenstaats, einen neuen Präsidenten wählen. Petro Poroschenkos erste Amtsperiode, fünf dramatische Jahre, geht zu Ende; der mächtigste Mann des Landes kämpft um seine Wiederwahl. Im September 2014 antwortete der Botschafter eines großen EU-Landes in Kiew auf die Frage, was in der Ukraine als Nächstes passieren werde: „Es wird sich eine mächtige Welle aller Gegner Poroschenkos erheben.“ Für die Ukraine hatte damals eine schwere Zeit begonnen: Russland besetzte und annektierte im Frühjahr 2014 die Halbinsel Krim, unterstützte in der Ostukraine regierungskritische Demonstrationen und trug entscheidend zur Militarisierung der Auseinandersetzungen im Land bei.

Anfang September endeten die Kämpfe um die Stadt Ilowajsk, an denen neben ostukrainischen Separatisten auch reguläre russische Truppen teilnahmen; es war vermutlich die größte Schlacht dieses Krieges, in der Berichten zufolge neben Hunderten Ukrainern auch viele Soldaten der russischen Armee ums Leben kamen (Moskau hat diese Angaben nicht offiziell bestätigt). Nur Tage später unterzeichneten in Minsk die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs die erste Friedensregelung, „Minsk I“. Wenig später flammten die Kämpfe wieder auf. Etwa zwei Millionen Menschen flüchteten insgesamt in andere Teile der Ukraine oder ins Ausland.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gnauck, Gerhard
Gerhard Gnauck
Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.
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