Präsidentenwahl in Frankreich

Rechte Konkurrenten

EIN KOMMENTAR Von Klaus-Dieter Frankenberger
30.11.2021
, 17:14
Éric Zemmour
In Frankreich tobt der Kampf auf dem rechten Feld. Wer wird in die zweite Runde der Präsidentenwahl einziehen? Derjenige, der am meisten polarisiert?
ANZEIGE

Auf dem rechten bis rechtsextremen Feld der französischen Politik wird die Konkurrenz größer. Marine Le Pen ist die bekannte Größe, die sich zuletzt einen gemäßigteren Anstrich gegeben hat. Der Rechtsextreme Éric Zemmour hat jetzt seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im nächsten Jahr erklärt. Der wegen Volksverhetzung verurteilte Publizist drischt auf Muslime und auf Einwanderer generell ein und propagiert den Topos vom „großen Bevölkerungsaustausch“. Selbst wenn der Höhenflug in den Umfragen gestoppt sein sollte – die Folge für rüpelhafte Gesten –, so ähnelt Zemmours Aufstieg dem anderer Demagogen: Je radikaler, provozierender die Reden, desto größer die Resonanz und Popularität.

ANZEIGE

Offensichtlich gibt es in Frankreich ein beachtliches Wählerpotential, das vor dem Hintergrund großer sozialer, kultureller und demografischer Veränderungen für Erlösungsparolen empfänglich ist. Das ist auch der Grund, warum einige Möchtegernkandidaten der konservativen Republikaner mit einer „France light“-Agenda für sich werben.

Dem liberalen Präsidenten Macron kommt die Entwicklung auf der Rechten zunächst entgegen, denn die zerlegt sich selbst. Entscheidender ist die Frage, auf wen Macron im zweiten Wahlgang träfe. Man kann sicher sein, dass die Wahl die scharfen Spaltungslinien im Land freisetzen wird.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE