FAZ plus ArtikelMachismo in Lateinamerika

Frauen auf den Barrikaden

Von Tjerk Brühwiller, Santiago
09.03.2020
, 20:34
Eskalation am Weltfrauentag: Eine Demonstration in Chiles Hauptstadt Santiago mündete in Gewalt.
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Die Frauenbewegung in Lateinamerika ist so stark wie nie. Sie wendet sich gegen Gewalt und Machismo. Warum ist das gerade dort so nötig?
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Was wäre, wenn es keine Frauen mehr gäbe? Dieses Szenario wollten Frauenbewegungen in Mexiko und Chile mit einem Generalstreik von Frauen am Montag testen. Viele folgten dem Aufruf. In der chilenischen Hauptstadt Santiago waren in den Morgenstunden sehr wenige Frauen auf der Straße zu sehen. Auch in Mexiko gab es den Aufruf zum Streik, der von einigen Unternehmen, öffentlichen Betrieben und Universitäten unterstützt wurde. Er war die Fortsetzung des Weltfrauentages am Sonntag, der besonders in Chile und in Mexiko mehr Frauen auf die Straße zog als in den vergangenen Jahren. In Santiago nahmen Hunderttausende an der Kundgebung teil, die als historisch bezeichnet wurde. Auch in Mexiko waren in mehreren Städten Hunderttausende auf den Straßen. Der Protest am Montag sollte das öffentliche Leben lahmlegen und beweisen, dass es ohne Frauen in der Gesellschaft nicht geht.

In Mexiko hat sich die Frauenbewegung nach einer Reihe von Morden an Frauen zu einem regelrechten sozialen Aufstand entwickelt. Die Taten haben die Mexikaner in den vergangenen Monaten aufgerüttelt. Für breite Empörung sorgte vor allem der Fall der 25 Jahre alten Ingrid Escamilla, die von ihrem Partner ermordet und verstümmelt wurde. Er hatte in dem Land eine Debatte über Frauenmorde hervorgebracht, deren Intensität selbst Präsident Andrés Manuel López Obrador überrumpelt hatte. Er hat bei diesem Thema mit einigen ungeschickten Äußerungen in den vergangenen Wochen viele vor den Kopf gestoßen und an Popularität eingebüßt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Brühwiller, Tjerk
Tjerk Brühwiller
Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.
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