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FAZ plus ArtikelHäusliche Gewalt in Russland

Erst prügelte er, dann hackte er ihre Hände ab

Von Friedrich Schmidt, Moskau
Aktualisiert am 15.01.2020
 - 12:06
Demonstranten in Moskau fordern im November 2019 ein Gesetz gegen häusliche Gewalt.zur Bildergalerie
In Russland gibt es kein Gesetz, das Frauen gezielt vor häuslicher Gewalt schützt. Einige wollen das ändern – doch die Widerstände gegen eine Reform des Strafrechts sind groß.

Selten wird über ein Gesetzesprojekt in Russland so heftig diskutiert wie über jenes, das der Föderationsrat – das Oberhaus – im November veröffentlicht hat. Es geht um die Verhinderung häuslicher Gewalt. Das heißt meist: Gewalt gegen Frauen und Kinder. Gestritten wird schon darüber, wie groß das Problem in Russland ist. Es mangelt an einheitlichen, offiziellen Zahlen. Laut Umfragen hat mindestens ein Fünftel der russischen Frauen schon einmal körperliche Gewalt von Seiten des Partners erlebt. Das wären mehr als 15 Millionen Frauen.

„Ich könnte dich töten, und niemand würde mich aufhalten“, heißt ein Bericht der Organisation Human Rights Watch nach einem Täterspruch. Das im Oktober 2018 veröffentlichte Papier beschreibt ein Klima der Straflosigkeit. Es zählt Fälle auf, in denen Frauen bedroht, vergewaltigt, verprügelt, aus Fenstern und von Balkonen geworfen wurden – und nennt Gründe, warum sich Opfer nicht an die Polizei wenden: Misstrauen, Stigma, Ignoranz der Polizei. Häufig weigern sich Polizisten, Anzeigen der verletzten Frauen aufzunehmen. Hinzu kommt oft finanzielle Abhängigkeit. Unter Druck ziehen Frauen Anzeigen zurück, beschuldigen sich selbst für die Gewaltausbrüche ihrer Partner.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt/ Schmidt, Friedrich
Friedrich Schmidt
Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.
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