Bundesanwaltschaft ermittelt

Schweiz verdächtigt Türkei der politischen Spionage

24.03.2017
, 15:25
Fotografiert und gefilmt: Die Behörden gehen dem Verdacht nach, dass die Türkei auf Schweizer Boden Landsleute ausspionieren ließ – im Zentrum stand offenbar die Universität Zürich.
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Die Schweizer Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe, denen zufolge die Türkei türkischstämmige Schweizer beobachten ließ. „Der Bundesanwaltschaft liegt der konkrete Tatverdacht vor, dass im Umfeld der türkischen Gemeinde in der Schweiz mutmaßlich politischer Nachrichtendienst betrieben wird“, erklärte die Behörde am Freitag. Am 16. März sei ein Strafverfahren wegen des Verdachts des politischen Nachrichtendienstes eingeleitet worden, nachdem die Regierung gerichtlichen Ermittlungen zugestimmt habe.

Gegen wen sich die Untersuchung richtet, teilte die Behörde nicht mit. Außenminister Didier Burkhalter hatte am Vortag bei einem Besuch seines türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu die Bedeutung der freien Meinungsäußerung hervorgehoben. Burkhalter sagte bei dem Gespräch in Bern auch, dass die Schweiz Hinweisen auf verbotene nachrichtendienstliche Tätigkeiten konsequent nachgehen werde.

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Schweizer Medien hatten vergangene Woche berichtet, dass im Dezember Teilnehmer einer Veranstaltung der Universität Zürich, bei der ein regierungskritischer türkischer Journalist geehrt wurde, gefilmt wurden. Im Januar sollen die Teilnehmer eines Seminars zum Thema „Völkermord an den Armeniern“ fotografiert worden sein. Der Rektor der Universität hatte Maßnahmen angekündigt, um solche Bespitzelungen zu unterbinden.

Quelle: Reuters
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