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FAZ plus ArtikelWahl in der Ukraine

Selenskyjs Präsidentschaft bedeutet nicht das Ende

Von Andreas Umland
 - 19:49

Ein Großteil der intellektuellen Elite, politischen Chatcommunity, weltweiten Diaspora und ausländischen Freunde der Ukraine ist entsetzt über den Ausgang der ukrainischen Präsidentenwahl. Der Schauspieler, Komiker und Geschäftsmann Wolodymyr Selenskyj wird, nachdem er im ersten Wahlgang am 31. März bereits auf dem ersten Platz landete, der sechste Präsident der Ukraine. Der Grund hierfür ist nicht nur, dass der Schauspieler bereits über 30 Prozent derjenigen für sich gewinnen konnte, die am 31. März im ersten Wahlgang zur Urne gegangen waren. Er hatte damit schon im ersten Durchgang knapp doppelt so viele Stimmen erhalten wie Poroschenko. Es hat nun in der Stichwahl auch viele Wähler der übrigen Kandidaten mit signifikanten Stimmenanteilen im ersten Durchgang, vor allem die Unterstützer von Julia Timoschenko, Jurij Bojko und Olexander Wilkul, für sich gewonnen. Wie ist diese schicksalhafte Wendung zu interpretieren, und was ist von ihr zu erwarten?

Die Präsidentschaft Selenskyjs wird in der postsowjetischen Ukraine eine nicht nur politische, sondern auch historische Anomalie sein. Selenskyj ist der erste derartige Newcomer, der es so weit nach oben geschafft hat. 2014 wurde der ehemalige Boxchampion Vitali Klitschko Bürgermeister von Kiew. Andere Politiknovizen sind davor und danach ins ukrainische Parlament eingezogen oder auf hohe Ministerienämter gelangt. Noch nie aber war ein derart unerfahrener politischer Neuling das höchste öffentliche Amt der Ukraine bekleidet.

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Andreas Umland ist Senior Nonresident Fellow am Zentrum für Europäische Sicherheit des Instituts für Internationale Beziehungen Prag, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew, Lehrbeauftragter an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Redakteur der Buchreihen „Soviet and Post-Soviet Politics and Society“ und „Ukrainian Voices“ des ibidem-Verlags Stuttgart.

Quelle: FAZ.NET
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