Serben im Kosovo

Mehr Rechte für die Minderheit

26.08.2015
, 11:47
Federica Mogherini und Isa Mustafa beglückwünschen sich nach langen Verhandlungen.
In den Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo scheint ein Kompromiss gefunden. In den wichtigen Streitfragen konnte man sich einigen, heißt es. Immerhin lockt eine Belohnung der EU.
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Serbien und Kosovo haben sich in ihrem seit langem schwelenden Konflikt in wesentlichen Streitpunkten geeinigt. „Das heutige Ergebnis stellt einen richtungsweisenden Erfolg im Prozess der Normalisierung dar“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nach Gesprächen mit den Regierungschefs beider Länder, Aleksandar Vučić und Isa Mustafa, in Brüssel. Eine der wichtigsten Abmachungen betrifft die Integration der serbischen Minderheit im fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo.

Den beiden Balkanstaaten war eine weitere Annäherung an die Europäische Union in Aussicht gestellt worden, wenn sie ihre Konflikte lösen. Mogherini sagte, die erzielten Vereinbarungen würden beide Seiten in die Lage versetzen, „auf ihrem europäischen Weg voranzukommen“.

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Strittig war die Frage, mit welchen Rechten die serbischen Gemeinden ausgestattet werden sollen. Serbiens Ministerpräsident Vučić sprach von „umfassenden Befugnissen“ für die serbische Minderheit. „Wir bringen gute Vereinbarungen mit nach Hause“, kündigte er im staatlichen TV-Sender RTS an.

Andere Abmachungen betreffen Konflikte in der Energie- und Wasserversorgung, der Telekommunikation und der Verkehrsinfrastruktur. Auch bezüglich der Öffnung einer von Serben blockierten Brücke über den Ibar-Fluss in der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt Mitrovica wurde eine Einigung erzielt.

Die auf 50.000 Menschen geschätzte serbische Minderheit lebt hauptsächlich im Norden des Kosovos. Das zu mehr als 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnte Kosovo war nach dem Kosovo-Krieg 1998/1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. 2008 erklärte sich die frühere serbische Provinz einseitig für unabhängig. Mehr als 90 Länder, darunter die Vereinigten Staaten und die meisten EU-Staaten, erkannten die Unabhängigkeit mittlerweile an, nicht jedoch Serbien.

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Quelle: dpa/AFP
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