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Tote in spanischen Altenheimen

Tödliche Missstände im System

EIN KOMMENTAR Von Klaus-Dieter Frankenberger
Aktualisiert am 25.03.2020
 - 06:49
Einsamer Tod: In spanischen Altenheimen herrschen wegen der Corona-Pandemie entsetzliche Zustände.
Der einsame Tod vieler mit dem Coronavirus erkrankter Bewohner spanischer Altenheime macht fassungslos. Spanien wird sich fragen müssen, wie es dazu in einem modernen Land kommen konnte.

Spanien ist nach Italien das europäische Land, das vom Coronavirus besonders heimgesucht wird. Infektions- und Todeszahlen steigen furchterregend schnell, so dass man sich vorstellen kann, dass viele Krankenhäuser, vor allem in der Hauptstadtregion, an der Grenze der Belastbarkeit arbeiten – oder schon darüber hinaus sind.

Tausende Pflegekräfte und Ärzte haben sich mit dem Virus infiziert. Dramatisch ist die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Daran wird sich fürs Erste wenig ändern. Und doch ist die Meldung, Soldaten hätten in mehreren Altenheimen zahlreiche Bewohner tot in ihren Betten entdeckt, schlimmer als all das Schlimme, von dem wir bisher erfahren haben.

Man darf nicht vorschnell ein Urteil fällen, schon gar nicht aus der Ferne. Aber offensichtlich gibt es gravierende Missstände, und das nicht erst seit gestern. Für diese Missstände, die einen Massentod zur Folge haben, wird irgendjemand verantwortlich sein; nicht die Pflegekräfte, die überfordert sind und die darüber schon lange klagen.

Die Regierung hat die Altenheime unter besondere Kontrolle gestellt; sie hat drastische Maßnahmen verhängt, die noch Wochen in Kraft bleiben werden. Wenn die Corona-Krise überwunden ist, wird auch Spanien sich fragen müssen, wie es kommen konnte und warum es zugelassen wurde, dass in einem modernen Land Zustände herrschen konnten, die unwürdig, ja tödlich sind. Diese Zustände sind eine moralische und politische Anklage.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frankenberger, Klaus-Dieter
Klaus-Dieter Frankenberger
verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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