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Trauerfeier für König Abdullah

Merkel schickt Wulff in die Wüste

Aktualisiert am 23.01.2015
 - 21:47
Bald wieder auf offizieller Mission für Deutschland: Altbundespräsident Christian Wulff Bild: dpa
Weder die Kanzlerin noch der Bundespräsident noch der Außenminister reisen zur Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König Abdullah. Stattdessen wird Deutschland von Altbundespräsident Wulff vertreten – auf Bitten von Merkel.

Auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Altbundespräsident Christian Wulff Deutschland bei der Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König Abdullah vertreten. Das sagte eine Regierungssprecherin am Freitagabend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Trauerfeier soll an diesem Samstagabend stattfinden.

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Der Einsatz für den im Jahr 2012 von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetretenen Wulff kommt dadurch zustande, weil weder die Bundeskanzlerin noch Bundespräsident Joachim Gauck oder Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Verfügung stehen. Das sei das Ergebnis mehrerer Telefonate zwischen dem Bundespräsidialamt, Merkel und dem Außenminister gewesen.

Während Merkel aufgrund einer schweren Erkältung verhindert ist, wurde sich im Fall von Steinmeier gegen eine Unterbrechung seiner Afrika-Reise entschieden. Er hält sich am Wochenende zu einem Besuch in Algerien auf. Zudem feiert Bundespräsident Gauck an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag. Schließlich sei die Entscheidung getroffen worden, Wulff zu bitten. Der CDU-Politiker bekleidete das Amt des Bundespräsidenten von Sommer 2010 bis zu seinem Rücktritt im Februar 2012. Von ihm bleibt vor allem der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ in Erinnerung.

König Abdullah war am späten Donnerstagabend nach einer Lungenentzüdung im Alter von 91 Jahren gestorben und wurde zuletzt bereits künstlich beatmet. Schon am Freitag wurde der Monarch in einem nicht markierten Grab beerdigt. Nach seinem Tod riefen Algerien, Tunesien und Ägypten eine mehrtägige Nationaltrauer aus, im Bahrein wurde sogar eine Trauerzeit von 90 Tagen verordnet.

Kronprinz Salman
Neuer saudischer König will Abdullah-Kurs halten

In einem Telegramm kondolierte Bundeskanzlerin Merkel zum Tod von Abdullah und rühmte dessen „ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten“. Dem neuen König Salman ibn Abd al-Aziz sprach sie ihr „tief empfundenes Mitgefühl“ aus. Auch Barack Obama nannte Abdullah einen aufrichtigen und mutigen Anführer. Anstelle des amerikanischen Präsidenten wird sein Vizepräsident Joe Biden in den nächsten Tagen in den Nahen Osten reisen, um die Verdienste des gestorbenen saudischen Königs persönlich zu würdigen und dessen Familie zu kondolieren.

Quelle: dpa
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