Syrien-Krieg

Trump und Erdogan sticheln gegeneinander

Aktualisiert am 29.06.2019
 - 14:06
Gestörte Beziehung nicht nur beim Thema Syrien: Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump
Im Kampf gegen die Terrormiliz IS setzt Amerika auf die Kurden als Verbündete. Dem türkischen Präsidenten Erdogan ist die Hilfe für den Erzfeind ein Dorn im Auge, wie in Osaka deutlich wurde.

Der amerikanische Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich beim G20-Gipfel in Osaka einen indirekten Schlagabtausch über ihre Syrienpolitik geliefert. Dabei ging es vor allem um die Kurdenmilizen der YPG, die von Amerika unterstützt und von der Türkei als Verbündete der verbotenen türkischen Kurdenorganisation PKK bekämpft werden.

Trump behauptete, einen vernichtenden Schlag Erdogans gegen die Kurden in Syrien verhindert zu haben. Die Türkei sei schon für den Angriff „in Stellung“ gewesen, als er bei Erdogan interveniert habe. „Er war drauf und dran, die Kurden auszulöschen“, sagte Trump. „Ich sagte, das kannst du nicht machen, und er hat es nicht gemacht.“

Ohne ein Land zu nennen, entgegnete Erdogan: „Gruppen wie die PKK und YPG, die ethnische Säuberungen durchführen, Minderjährige rekrutieren und Menschen zum Wegzug zwingen, werden von einigen unserer Verbündeten gehegt und gepflegt.“ Es gebe „ernsthafte Probleme und Widersprüche“, wenn es um Terrorismusbekämpfung in Syrien gehe, sagte der türkische Präsident in Osaka.

Die Kurdenmiliz YPG kontrolliert in Nordsyrien ein großes Gebiet an der Grenze zur Türkei und ist der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Ostsyrien. Die Türkei betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Die türkische Armee hat sich in Nordsyrien teils schwere Gefechte mit den Kurden geliefert.

Quelle: dpa
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