FAZ plus ArtikelTrump verbietet Wechat

Was den chinesischen Alleskönner so gefährlich macht

Von Friederike Böge
Aktualisiert am 08.08.2020
 - 12:18
Eine junge Chinesin und ihr Smartphone
Nach Tiktok will Donald Trump auch Wechat verbieten. In China ist das Leben ohne die App kaum noch vorstellbar – dabei weiß jeder, dass sie von der Regierung überwacht wird.

Nach der Videoplattform Tiktok hat Donald Trump nun auch die chinesische Alleskönner-App Wechat ins Visier genommen. Per Dekret untersagte er amerikanischen Unternehmen und Staatsbürgern die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Tencent, soweit es Wechat betrifft. Zur Begründung heißt es in dem Dekret, Wechat sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Die Daten, welche die Mobiltelefonanwendung über ihre Nutzer sammele, könnten der Kommunistischen Partei Chinas Zugang zu persönlichen Informationen von Amerikanern verschaffen. Auch zu solchen Informationen, die die Betroffenen in Verlegenheit bringen – also erpressbar machen – könnten. Zudem könne China seine eigenen Bürger mit Hilfe der Software auf dem Smartphone auch dann noch überwachen, wenn sie sich in den Vereinigten Staaten aufhielten.

Anders als Tiktok hat Wechat in Amerika keine riesige Fangemeinde. Laut dem Branchendienst Apptopia gibt es dort nur 19 Millionen registrierte Nutzer. Doch die App ist das mit Abstand wichtigste Kommunikationsmittel der chinesischen Diaspora, um Kontakt zur Heimat zu halten und in dem Land Handel zu treiben.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  im F.A.Z. Digitalpaket

: Aktion

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+

Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für Ostasien.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot