FAZ plus ArtikelTrump in Orlando

Die Partei bin ich

Von Majid Sattar, Washington
01.03.2021
, 07:42
Donald Trump will von einer Spaltung der Republikaner nichts wissen. Dazu seien seine Gegner zu unbedeutend. Er liebäugelt mit einem „dritten Sieg“ 2024.

„Wenn ich von ,Ich‘ spreche, meine ich eigentlich ,Wir‘, bemerkte Donald Trump an einer Stelle seiner Rede. Und damit war im Grunde alles gesagt. Bei seinem ersten Auftritt seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus blieb der frühere Präsident sich treu. Erstaunlich war nur, dass es auch nach vier Jahren Trump immer noch Republikaner gibt, die glauben, ihn zähmen zu können.

Was war dem Mann nicht alles geraten worden, intern und über die Medien? Er möge sich zum Abschluss des CPAC-Treffens der Republikaner in Orlando auf Kritik an Joe Biden konzentrieren. Oder: Er möge nach vorne blicken und eine Vision für die Partei entwerfen. Vor allem: Er möge bitte nicht wieder die Litanei vom Wahlbetrug herunterleiern und bloß nicht auf jenen Teil der Partei eindreschen, der ihm zuletzt die Gefolgschaft verweigert hatte. Darauf warteten seine Gegner doch nur: So würde die Spaltung der „Grand Old Party“ geradezu beleuchtet. Trump war das alles egal. Er machte sich in Florida geradezu lustig über die Bedenkenträger, indem er sich anfangs tatsächlich zügelte, nur um später umso kräftiger auf die Pauke zu schlagen.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Sattar, Majid (sat.)
Majid Sattar
Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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